Volksbildung dank Paris Hilton

9. Jänner 2009, 19:23
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Bevor die Society-Queen goldene Blechbüchsen zeigte, wusste kein Mensch, was Prosecco ist

Da die Welt grundsätzlich so aussieht, wie man sie sich zurechtmalt, ist es eben so: Bevor Paris Hilton goldene Blechbüchsen zeigte, wusste kein Mensch, was Prosecco ist. Das behauptet zumindest Günther Aloys, Hotelier in Ischgl und "Erfinder" jenes Dosen-Schaumweins, für den die Hotelerbin wirbt. Den Anlass für die Aloys'sche These gab es unlängst in La Repubblica zu lesen: 150 Weinbauern der norditalienischen Anbauregion Conegliano-Valdobbiadene wollen den Begriff "Prosecco" schützen lassen. Italiens Regierung solle eine Prosecco-Zone definieren und die EU Prosecco (wie Champagner) zur "geschützten Herkunftsbezeichnung" machen.

Aloys vermutet dahinter Angst vor dem Erfolg seines Dosen-Sektes, fühlt sich im "Proseccokrieg" nun zum Sündenbock gestempelt und betont, dass dies zu Unrecht geschieht: "Unsere Trauben stammen aus dem Original-Anbaugebiet."

Freilich: So großkotzig Aloys These vom ohne Hilton unbekannten Schaumwein klingt, enthält sie doch einen Funken Wahrheit, erklärt Standard- Weinexpertin Luzia Schrampf: "Kaum jemand weiß, dass Prosecco eine Rebsorte ist. Die Leute glauben, dass das leichter Sekt ist. Darauf basiert der ganze Erfolg als Schicki-Drink." (Thomas Rottenberg/DER STANDARD-Printausgabe, 10.1.2009)

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