Omega-3-Fettsäuren als Doping für Zugvögel

31. März 2009, 18:19
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Ottawa - Beim Sandstrandläufer ersetzt die reichliche Kost von Omega-3-Fettsäuren ein Ausdauertraining. Der aus Kanada stammende Zugvogel frisst sich vor seinem Abflug nach Südamerika gezielt mit Schlickkrebsen voll, die einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren haben, schreiben kanadische Forscher im Journal of Experimental Biology (Bd. 212, S. 1106). (red)

Genetische Basis der Schmetterlingsmigration

Washington - Rund 40 Gene dürften dafür verantwortlich sein, dass es dem Monarchfalter gelingt, 4000 Kilometer nach Mexiko zu fliegen und sich dabei an der Sonne zu orientieren. Das berichten US-Biologen im frei zugänglichen Fachblatt BMC Biology. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 31.3.2009)


Verzehr von rotem Fleisch kann das Leben verkürzen

Chicago - Beim Verzehr von Rind, Schwein, Lamm oder Ziege sollten Menschen sich besser etwas zurückhalten. Denn wer viel rotes Fleisch isst, stirbt eher an Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, berichten die "Archives of Internal Medicine". Der Verzehr von Geflügel ist dagegen aus gesundheitlicher Sicht unbedenklich.

Rauchen für Schwangere ab der 15. Woche gefährlich

London - Frauen, die während des ersten Drittels der Schwangerschaft rauchen, müssen einer Studie zufolge nicht mit höheren Komplikationen rechnen als Nichtraucherinnen. Wer jedoch auch nach der 15. Woche nicht aufhöre, gehe ein dreimal höheres Risiko von Frühgeburten und Fehlentwicklungen ein, ergab eine neuseeländische Studie mit 2500 Schwangeren, die im British Medical Journal veröffentlicht wurde. (DER STANDARD, Printausgabe, 28./29.3.2009)


Beschneidung reduziert Ansteckungsrisiken

Boston - Eine Beschneidung senkt bei Männern das Risiko, sich beim Sex mit Herpes und bestimmten Typen des HP-Virus anzustecken. Das zeigt eine Studie im New England Journal of Medicine (Bd. 360, S. 1298) an 3393 Männern. Nach 24 Monaten hatten sich 7,8 Prozent der beschnittenen, aber 10,3 Prozent der unbeschnittenen Männer mit dem Herpes-simplex-Virus vom Typ 2 (HSV-2) angesteckt. Zudem kamen besonders aggressive Warzenviren (HPV) bei 18 Prozent der beschnittenen, aber bei 27,9 Prozent der unbeschnittenen Männer vor. (APA, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27. März 2009)


Mit Stromstößen gegen Parkinson-Krankheit

Paris - Zur Behandlung der Parkinson-Krankheit setzen Wissenschafter aus den Vereinigten Staaten auf Stromstöße ins Rückenmark. Nach erfolgreichen Versuchen an Mäusen und Ratten müsse sich nun zeigen, ob das dafür entwickelte Implantat auch langfristig bei Primaten und beim Menschen wirksam und sicher sei, berichten die Forscher im Fachblatt Science (Bd. 323, S. 1578). (APA/DER STANDARD, Printausgabe, 20.3.2008)


Blogs über Wissenschaft stark im Vormarsch

London - Eine Nature-Umfrage unter 493 Wissenschaftsjournalisten hat ergeben, dass Blogs für die Kommunikation von Forschung immer wichtiger werden. Außerdem zeigte sich, dass insbesondere in den USA auch die Berichterstatter über Wissenschaft von der Medienkrise betroffen sind. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 19. 3. 2009)


Experte: Hausgelsen jetzt den Garaus machen

Wien - Rechtzeitig zum Frühlingsbeginn raten Experten, überwinternden Hausgelsen in Kellern und anderen Verstecken den Garaus zu machen. Einmal ausgeschwärmt, kann ein einziges Weibchen für bis zu eine Milliarde Nachkommen sorgen, so Gelsen-Spezialist Bernhard Seidel. Forscher der Veterinärmedizinischen Uni Wien haben 2008 erstmals in Österreich das durch Gelsen übertragene West-Nil-Virus an Vögeln nachgewiesen. Prinzipiell ist das Virus auch für Menschen bedrohlich.

Innovation: Kunststoff repariert sich selbst

Washington - US-Chemiker haben einen Kunststoff erfunden, der zumindest kleine Kratzer selbst repariert - oder besser: mittels Sonnenstrahlung. Durch den Zusatz bestimmter Kohlenstoffverbindungen zu Polyurethanen (aus denen etwa Kondome hergestellt werden) und UV-Licht schließen sich beschädigte Stellen wie von selbst, berichten die Forscher in Science (Bd. 323, S. 1458). (tasch)


Herzinfarkt: Abgase erhöhen das Risiko

München - Deutsche Forscher haben bei einer Untersuchung an Infarktpatienten herausgefunden, dass Verkehrsabgase kurzfristig einen Herzanfall auslösen können. Die Belastung erhöhe das Risiko um das Dreifache. (DER STANDARD, Printausgabe, 14./15. 3. 2009)


Fast überall auf der Welt verdunkelte sich der Himmel

Washington - Das Verbrennen fossiler Energieträger wie Kohle und Öl trägt nicht nur zur Klimaerwärmung bei. Es führt auch dazu, dass sich in fast allen Regionen der Welt der Himmel seit 1973, dem Beginn der Untersuchungen, weltweit leicht verdunkelt hat. Schuld daran sind sogenannte Aerosole wie Ruß und weitere feste oder flüssige Schwebeteilchen in der Luft, berichten US-Forscher in der Wissenschaftszeitschrift Science (Bd. 323, S. 1468). Einzige Ausnahme ist Europa, wo sich die Sichtweite seit Mitte der 1980er-Jahre leicht verbesserte. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13. März 2009)

Forscher und FWF sehen wegen Budgetnöten schwarz

Wien - Die Budgetunsicherheit macht den Wissenschaftsfonds FWF bis zum Juni handlungsunfähig. Nachdem die für Jänner geplante Kuratoriumssitzung, die über neue Projetförderungen entscheidet, abgesagt wurde, wird nun auch die für Mitte März anberaumte Sitzung ersatzlos gestrichen. Die bisher verfügbaren Budgetzahlen seien "noch nicht ausreichend belastbar, um Förderentscheidungen zu rechtfertigen", teile FWF-Präsident Christoph Kratky der Scientific Community mit. Die sieht wegen der neuerlichen Verschiebung vor allem für den Nachwuchs schwarz. Für die Mikrobiologin Renée Schroeder etwa wird damit die Aufbauarbeit bei der Förderung von Jungwissenschaftern und "die Vertrauensbasis auf einen Schlag zerstört". (APA, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13. März 2009)


Forschungsprojekt mit derStandard.at gewinnt

Wien - Das Forschungsprojekt "Magnificent", eine Kooperation zwischen dem Österreichischen Forschungsinstitut für Artificial Intelligence (OFAI) und der Bronner Online AG, setzte sich Anfang März bei der FIT-IT Semantic Systems Ausschreibung gegen 18 Mitbewerber durch und steht in den Startlöchern. Ziel des Projektes ist es, das "genussvolle" Lesen einer gedruckten Zeitung auch online zu ermöglichen. (DER STANDARD, Printausgabe, 12.3.2009)


Kinder älterer Väter weniger intelligent 

San Francisco - Kinder älterer Väter schnitten bei Intelligenztests schlechter ab als der Nachwuchs junger Männer. Bei den Müttern verhielt es sich umgekehrt. Das behaupten australische Forscher nach der Auswertung der Daten von insgesamt 33.437 Mädchen und Buben, die zwischen 1959 und 1965 in den USA geboren worden waren. Für diese Ergebnisse gibt es jedoch keine Erklärung, wie die Experten im US-Journal PLoS Medicine betonen. Frühere Studien zeigten bereits, dass bei Kindern älterer Väter die Wahrscheinlichkeit für psychischer Erkrankungen höher ist. In Österreich stieg übrigens der Anteil der Väter über 35 Jahre von 31,1 Prozent im Jahr 2000 auf 41,6 Prozent 2007. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 10. 3. 2009)


 Schimpansen basteln sich "Termitenangeln"

Leipzig - Schimpansen im Nouabalé-Ndoki-Nationalpark (Republik Kongo) haben eine Methode entwickelt, mit der sie noch effizienter Termiten fangen, beobachteten Primatenforscher aus Leipzig. Wie die Forscher in den Biology Letters berichten, bearbeiteten die Menschenaffen Äste, bis eine Art Pinsel daraus wurde. Damit konnten sie zehn Mal mehr Termiten angeln als mit normalen Stöcken.

Riesenkongress der Radiologen in Wien

Wien - Bereits zum 16. Mal findet im Austria Center Vienna der Europäische Radiologenkongress statt. Rekordverdächtige 18.000 Besucher aus über 90 Ländern werden erwartet. Auch die Ausstellungsfläche und die Anzahl der eingereichten wissenschaftlichen Abstracts sind größer denn je.

Einsteins Doktoratsurkunde wird versteigert

Luzern - Albert Einsteins Promotionsurkunde aus dem Jahr 1906 kommt unter den Hammer. Wie das Luzerner Auktionshaus Galerie Fischer am Freitag berichtete, wird es das Dokument der Universität Zürich bei der Kunstauktion im Juni 2009 zum Verkauf anbieten. Albert Einstein hatte 1905 an der Universität Zürich promoviert. (DER STANDARD, Printausgabe, 7./8. 3. 2009)


Schlüsselregulator der Gehirnentwicklung entdeckt

Cambridge - Einen zentralen Mechanismus der Gehirnentwicklung haben Forscher rund um Jürgen Knoblich vom Institut für molekulare Biotechnologie (IMBA) in Wien entschlüsselt. Sie können nun erklären, wie Stammzellen sich zu Nervenzellen entwickeln und gleichzeitig der Stammzellvorrat erhalten bleibt: Verantwortlich dafür ist das Regulator-Protein TRIM32, berichten die Forscher in der neuen Ausgabe der Top-Wissenschaftszeitschrift Cell. (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6. März 2009)


Alkohol im Fernsehen macht Durst auf Alkohol

Amsterdam - Das kommt jetzt nicht ganz überraschend: Personen, die TV-Sendungen und Spots sahen, in denen Alkohol getrunken wurde, nahmen bei einer Studie das Doppelte an alkoholhaltigen Getränken zu sich wie jene, die Programme mit nur geringfügigem Alkoholbezug sahen, schreibt eine niederländische Forschergruppe im Fachblatt Alcohol and Alcoholism. (tasch)

Sex in Popsongs könnte zu frühem Sex verleiten

Pittsburgh - Eine US-Studie im "American Journal of Preventive Medicine" hat die Debatte wieder aufleben lassen, ob explizite Musiktexte Jugendliche früher zum Sex bringen können. Die Untersuchung kam jedenfalls zu diesem Ergebnis. Andere Musikpsychologen raten zur Gelassenheit. (DER STANDARD, Printausgabe, 5. 3. 2009)


Schwefelwasserstoff wirkt bei Ratten wie Viagra

Washington - Eigentlich ist Schwefelwasserstoff ist giftiges Gas, das schon in extrem geringen Konzentrationen den typischen Geruch von faulen Eiern verursacht. Nun hat eine internationale Forschergruppe um Giuseppe Cirino von der Universität Neapel herausgefunden, dass H2S auch noch zu etwas ganz anderem taugen könnte als für Stinkbomben: nämlich als Hilfe für Männer mit Erektionsstörungen. Im Rattenversuch hat sich jedenfalls gezeigt, dass Injektion sowohl von L-Cystein (eine schwefelhaltige Aminosäure) als auch von Schwefelwasserstoff in den Schwellkörper eine Erektion bei den Nagern fördern, wie sie im Fachblatt PNAS berichten. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 3. 3. 2009)

Wassertiere geben starkes Treibhausgas ab

Washington - Dass Kühe das klimaschädliche Methan ausstoßen, ist bekannt. Doch auch winzige Wasserinsekten, Muscheln und Schnecken entlassen ein Treibhausgas in die Umwelt, wie deutsche Forscher herausfanden. Besonders große Mengen Lachgas produzieren Tiere in Gewässern mit einem hohen Anteil an Nitrat, das meist von Düngemitteln stammt, schreiben die Forscher in der US-Fachzeitschrift PNAS. (DER STANDARD, Printausgabe, 3. 3. 2009)


Schau mir in die Augen, Äffchen

Tübingen - Affen schauen ihre Artgenossen direkt an, um sie zu erkennen. Sie sind auch in diesem Punkt den Menschen sehr ähnlich. Das haben Wissenschafter des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik in Tübingen festgestellt. Ihre Versuche mit Bildern von Artgenossen bzw. anderen belegten: Affen wie Menschen schauen den Bildern von "Eigenen" direkt in die Augen, bei den "anderen" schweifen sie übers ganze Gesicht. (APA, dpa/DER STANDARD, Printausgabe, 27.02.2009)


HIV weicht Immunkontrolle aus

Oxford - Der Aids-Erreger HIV ist in der Lage, sich schnellstens zu verändern und so der natürlichen Immunabwehr des menschlichen Körpers zu entkommen. Die in Nature erschienene Studie zeigt ein neues Hindernis auf der Suche nach einem HIV-Impfstoff auf: Er muss die Mutationen des Virus in verschiedenen Bevölkerungsgruppen berücksichtigen. "Sogar in der kurzen Zeit, in der HIV beim Menschen vorkommt, leistet es beim Ausweichen effektive Arbeit", sagte Oxford-Wissenschaftler Philip Goulder. (APA, AFP/DER STANDARD, Printausgabe, 27.02.2009)


Klimafolgen schlimmer als angenommen

Aktuelle Untersuchungen einer internationalen Forschergruppe bewerten die Folgen des Klimawandels neu. Die aktuellen Werte seien besorgniserregend, schreibt das Team um Stephen Schneider von der US-amerikanischen StanfordUniversität in den "Proceedings" der nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS). Es zeige sich, dass vor allem sensible Ökosysteme wie tropische Korallenriffe empfindlicher auf die globale Erwärmung und den Anstieg der Kohlendioxidwerte reagieren als bisher angenommen. Extreme Wetterereignisse wie Dürreperioden, Hitzewellen und tropische Wirbelstürme träten heutzutage häufiger und mit größeren Folgeschäden auf, als noch zu Beginn des Jahrzehnts vermutet worden war. Für weite Landstriche der Erde erwarten die Forscher extreme Temperaturen, in Indien und Australien bis zu fünfzig Grad Celsius. (APA, dpa, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25. Februar 2009)


Schwanger mit Buben riskanter

Tel Aviv - Schwangerschaften mit einem männlichen Fötus sind einer israelischen Langzeitstudie zufolge erheblich häufiger mit Komplikationen belastet. Die Studie des Beilinson-Krankenhauses in Petach Tikva bei Tel Aviv basiert auf der Untersuchung von mehr als 64.000 schwangeren Frauen in den Jahren 1996 bis 2006, wie israelische Zeitungen am Montag berichteten.

Süßes gibt Kokainsucht Saures

Seoul - Das Suchtpotenzial von Kokain kann durch Lakritze verringert werden, wie der Online-Dienst wissenschaft.de berichtet: Zumindest bei Ratten verhindert einer der Inhaltsstoffe der Süßigkeit die abhängigkeitsfördernden Effekte, die Kokain auslöst. Das haben Forscher um den Südkoreaner Jae-Pil Jeon vom Nationalen Gesundheitsinstitut in Seoul bei Experimenten herausgefunden.

Misshandlung beeinflusst Gehirn-Signalübertragung

Montreal - Kindesmisshandlung kann bei den Opfern noch Jahre später die Signalübertragung im Gehirn beeinflussen: Ein Protein, das auf Stresssignale reagiert, ist bei Opfern nur in deutlich geringeren Mengen vorhanden als bei Menschen, die als Kind nicht misshandelt wurden, schreibt das Portal wissenschaft.de. Das haben Forscher der McGill-Universität in Montreal jetzt mit einer Methode herausgefunden, die nicht zum Alltag der Wissenschaft gehört: Sie untersuchten Gehirnzellen in den Leichen von Selbstmördern. (DER STANDARD, Printausgabe, 24. 2. 2009)


"Pille für den Mann" kommt frühestens 2012

Münster - Hormonelle Verhütungsmittel für Männer sind nach Einschätzung eines Experten frühestens in drei Jahren marktreif. Die Zuverlässigkeit des Medikaments wird nun im Rahmen einer Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO zunächst an rund 50 Paaren getestet, sagte der Leiter der Studie, Michael Zitzmann, Endokrinologe an der Universität Münster. "Pillen" müssen Männer allerdings nicht schlucken. Stattdessen werde das Hormon Testosteron gespritzt, das die Produktion von Samenzellen verhindere. (APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20. Februar 2009)


Paul-Watzlawick-Ring geht an Aleida Assmann

Wien - Der von der Wiener Ärztekammer vergebene Paul-Watzlawick-Ehrenring 2009 geht an die deutsche Kulturwissenschafterin Aleida Assmann. Sie sei "eine herausragende Wissenschafterin, hat neue Forschungsfelder begründet und aufgetan und versteht sich als politische Wissenschafterin", so Jury-Vorsitzender Erhard Busek. Aleida Assmann hatte erst vor wenigen Tagen den mit 750.000 Euro dotierten Max-Planck-Forschungspreis erhalten. (DER STANDARD, Printausgabe, 19. 2. 2009)


Erinnerungen aus Angstgedächtnis blockiert

Amsterdam - In einem Experiment haben Hirnforscher aus Amsterdam gezeigt, dass der Rezeptorblocker Propranolol Erinnerungen aus dem Angstgedächtnis zumindest blockieren kann, wie sie im Fachmagazin Nature Neuroscience (online) berichten. Womöglich wurden die Assoziationen sogar ganz gelöscht. Doch das ist Gegenstand weiterer Forschungen. (red/STANDARD,Printausgabe, 17.2.2009)


Erstmals West-Nil-Virus in Österreich

Wien - Ein neuer Krankheitserreger aus dem Tierreich, der auch für Menschen gefährlich werden kann, ist erstmals in Österreich "eingetroffen": das West-Nil-Virus. Infektionen wurden vergangenes Jahr erstmals - ausschließlich - bei Vögeln registriert. Übertragen wird es durch normale Gelsen. Möglicherweise handelt es sich bei dem aus Ungarn "eingewanderten" Virus um eine für den Menschen weniger gefährliche Variante als jene, die in den USA tausende Erkrankungsfälle und rund 1000 Todesopfer verursacht hat. Dies erklärte Norbert Nowotny, Klinischer Virologe der Universität für Veterinärmedizin in Wien.

Den Fischen wird es langsam zu warm

Chicago - Nach Erkenntnissen von Wissenschaftern werden viele Meeresbewohner kühlere Gewässer suchen und zunehmend aus tropischen sowie milden Klimazonen in Richtung Pole abwandern. Dies könnte dramatische Folgen für den Fischfang haben, warnte William Cheung (Univ. of East Anglia) in Chicago. (APA/STANDARD,Printausgabe, 14./15.2.2009)


Genome von 80 Rhino-Viren entschlüsselt

Washington - Husten, Schnupfen, Heiserkeit: Auch wer gegen Influenza geimpft ist, den kann es erwischen. Denn gegen die Rhinoviren - schon vor Jahren waren etwa 120 verschiedene Typen bekannt - ist bisher buchstäblich kein Kraut gewachsen. US-Forscher wollen das ändern. Sie haben die Genome 80 weiterer Schnupfen-Erreger sequenziert, berichten sie in einer Science-Online-Publikation. Dabei entdeckten sie zehn neue Stämme. Die Viren sind extrem variabel, und die Mutationen verteilen sich über die gesamten Erbanlagen. Gerade das dürfte die Entwicklung von Impfstoffen extrem schwierig machen. (APA, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13. Februar 2009)


Möglicher neuer Urintest zur Prostatakrebsdiagnose

London - Forscher der Universität Michigan haben den Prototypen zu einem Urintest entwickelt, mit dem sich Prostatakrebs verlässlicher feststellen lassen soll als mit dem bisher üblichen Bluttest. Wie sie in der britischen Wissenschaftszeitschrift Nature (Bd. 457, S. 910) berichten, haben vier von fünf Männern mit fortgeschrittenem Prostatakrebs viel Sarkosin im Urin. Knapp die Hälfte der Männer mit Prostatakrebs im Anfangsstadium hatten ebenfalls eine höhere Konzentration der Aminosäure im Urin. Sarkosin könnte zudem auch bei der Entstehung von Prostatakrebs eine Rolle spielen und nicht nur als "Biomarker" funktionieren. Bis zur Zulassung sei aber noch weitere Forschung nötig. (tasch/STANDARD,Printausgabe, 13.2.2009)


408 neue Säugetierarten seit 1993 entdeckt

In den vergangenen 15 Jahren haben Zoologen weltweit insgesamt 408 neue Säugetierarten beschrieben. Was nach nicht allzu viel klingt, ist doch ein erstaunlicher Beweis für die Biodiversität des Planeten - und ihre Gefährdung. Die Anzahl bekannter Säugetierarten hat sich damit nämlich um fast zehn Prozent vergrößert, wie Gerardo Ceballosa und Paul Ehrlich im Fachblatt PNAS berichten. Ein Tier unter vielen: die Laotische Felsenratte, die als seit elf Millionen Jahren ausgestorben galt - ehe Forscher feststellten, dass die seltenen Tiere auf Märkten in Laos als Delikatesse gehandelt werden. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 11.02.2009)


Grippeviren haben es am liebsten trocken

Washington - Die Wissenschaft kann endlich erklären, warum Influenza-A-Viren in unseren Breiten insbesondere in den Wintermonaten zirkulieren. Es scheint allem Anschein nach doch auch an der (geringen) Luftfeuchtigkeit zu liegen, wie die US-Forscher Jeffrey Shaman and Melvin Kohn bei einer Überprüfung früherer Studien feststellten. Es kommt dabei aber nicht auf die relative Luftfeuchtigkeit an, die von der Temperatur abhängig ist. Entscheidend ist die absolute Luftfeuchtigkeit (also der Anteil von Wassermolekülen in der Luft), wie die Forscher im Fachblatt PNAS berichten. Weniger Wasser in der Luft lässt die Grippeviren länger überleben. (tasch/STANDARD,Printausgabe, 10.2.2009)


Mehr CO2: Schlecht für das Klima, gut für Soja

Washington - Pflanzen filtern aus der Luft Kohlendioxid, wandeln es mittels Wasser und Fotosynthese in Traubenzucker um und geben dabei Sauerstoff ab. So viel ist aus dem Biologieunterricht bekannt. Doch was passiert, wenn der CO2-Gehalt in der Luft steigt, wie das für die nächsten Jahrzehnte zu erwarten ist? Der US-Biologe Andrew Leakey hat das nun an Sojabohnen untersucht. Dabei bestätigte sich, dass mehr CO2 zu mehr Fotosynthese führt. Neu ist die Erkenntnis, dass zusätzliche Gene, die für die Atmung zuständig sind, eingeschaltet werden und sich diese um 37 Prozent erhöht, wie er in PNAS schreibt. (tasch/STANDARD,Printausgabe, 10.2.2009)


Badeschwammvorfahr: Ältestes tierisches Leben

London - US-Geologen haben die bislang ältesten Hinweise auf tierisches Leben auf unserem Planeten entdeckt: Im 635 Millionen Jahre alten Sedimentgestein einer Bohrstätte im Oman fanden Forscher um Gordon Love von der Universität von Kalifornien in Riverside organische Moleküle aus der Zellmembran von Schwämmen, wie sie im britischen Fachblatt Nature (Bd. 457, S. 718) berichten. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6. Februar 2009)


Warum die Inuit den richtigen Weg finden

Heidelberg - Schon lange vor GPS und auch ohne Kartenmaterial verirrten sich die Inuit so gut wie nie, wie kanadische Forscher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Human Ecology (online) berichten. Der Grund: Die Wanderrouten, die sich über die kanadische Arktis erstrecken, sind - ähnlich wie die Traumpfade der Aborigines - Ausdruck für die kulturelle Identität der Inuit. Und sie werden mit größter Genauigkeit mündlich von einer Generation an die nächste weitergegeben. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5. Februar 2009)


Cellulose-Ethanol ist gut für Mensch und Umwelt

Washington - US-Forscher der University of Minnesota haben Ethanol, das aus pflanzlichen Abfällen hergestellt wird, einer Vergleichsuntersuchung mit anderen Kraftstoffen wie Bio-Ethanol aus Mais und Benzin unterzogen. Dabei zeigte sich, dass Cellulose-Ethanol in jeder Hinsicht günstigere Werte aufweist. Es ist in der Herstellung billiger, es reduziert den CO2-Ausstoß und es produziert bei der Verbrennung weniger Feinpartikeln, wie die Forscher in der neuen Ausgabe des Fachblatts PNAS (2. 2.) berichten. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 03.02.2009)


Schwierige Kindheit kann Immunsystem schädigen

Washington - Eine belastete Kindheit kann nicht nur das seelische Wohl eines Menschen langfristig beeinträchtigen, sondern auch die körperliche Gesundheit. Wie eine US-Studie nun zeigt (PNAS, 29.1.) hatten jene Teilnehmer, die während ihrer Kindheit entweder körperlich misshandelt wurden oder in einem Waisenhaus aufwuchsen, im Jugendalter ein beeinträchtigtes Immunsystem. Konkret hatten diese Probanden im Vergleich sehr viel weniger Antikörper gegen das Herpes-Simplex-Virus vom Typ 1 (HSV-1). (AP, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31. Jänner/1. Februar 2009)


Mit Stammzellen gegen Multiple Sklerose

Chicago - Forscher der Feinberg School of Medicine in Chicago berichten im Fachblatt Lancet Neurology von ersten Erfolgen einer Stammzelltherapie gegen Multiple Sklerose (MS) im Anfangsstadium. Den 21 Teilnehmern der Studie, bei denen eine Behandlung der fortschreitenden Nervenkrankheit mit Interferon beta erfolglos geblieben war, wurde nach Ausschaltung des Immunsystems eigene "Immun-Stammzellen" injiziert. Drei Jahre nach der Transplantation hatte sich bei allen Patienten die Krankheit stabilisiert, bei 17 Patienten (81 Prozent) zeigte sich sogar eine Verbesserung ihres Zustands. "Bei MS attackiert das Immunsystem das Gehirn", sagt Studienleiter Richard Burt, "nach der Stammzellbehandlung passiert das nicht mehr." (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31. Jänner/1. Februar 2009)


Britische Kühe mit Namen geben mehr Milch

Newcastle - Kühe, die einen Namen haben, sind glücklicher und entspannter, behaupten britische Forscher nach einer Umfrage unter 516 britischen Milchbauern. Die Tiere danken ihnen die Benamsung auch mit rund 250 Liter mehr Milch im Jahr, berichten die Agrarforscher um Peter Rowlinson von der Universität in Newcastle im Fachmagazin Anthrozoos (Bd. 22, S. 59). Im Schnitt geben Kühe 9000 Liter Milch im Jahr. Das Ergebnis der Meinungsumfrage müsse allerdings noch durch eine bessere statistische Untersuchung untermauert werden, so die Forscher. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30. Jänner 2009)


Gehirnerschütterungen haben langfristige Folgen

Kanadische Forscher haben die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit von 40 früheren Athleten verglichen. Die Hälfte der gesunden Probanden hatte im frühen Erwachsenenalter mehr als dreißig Jahre zuvor bei der Ausübung ihres Sports eine oder mehrere Gehirnerschütterungen erlitten. Dabei zeigte sich, dass die Gruppe mit den Gehirnerschütterungen signifikant schlechtere Testwerte aufwies, berichten die Forscher im Fachblatt Brain. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 28.01.2009)


Verbreitete Irrtümer über den Gang der Vierbeiner

Budapest - Obwohl wir Hunde, Katzen oder andere Vierbeiner täglich gehen sehen, so gibt es doch erstaunliches Unwissen darüber, wie sie sich bewegen. Gábor Horváth und Kollegen von der Eötvös Universität in Budapest haben zahllose Illustrationen von Vierbeinern in veterinärmedizinischen Lehrbüchern und Ausstellungen in Naturkundemuseen "kontrolliert" und fanden heraus: Rund die Hälfte der Abbildungen ist falsch, wie sie im Fachmagazin Current Biology (Bd. 19, Nr. 2) klagen. Richtig wäre übrigens: linkes Hinterbein, dann linkes Vorderbein, rechtes Hinterbein, rechtes Vorderbein. (tasch/STANDARD,Printausgabe, 27.1.2009)


US-Physikern gelingt neuer "Beam"-Rekord

Washington - US-Physikern der University of Maryland ist es erstmals gelungen, zwei Ionen über einen Abstand von einem Meter zu "verschränken". Mit anderen Worten: Dank der "spukhaften Fernwirkung" verhalten sich die Ionen trotz der Distanz völlig identisch. Mit sehr viel kleineren Fotonen haben Anton Zeilinger und Co schon kilometerlange Distanzen überwunden. Für (Ytterbium-)Ionen stellt das Experiment, über das die Physiker im Fachblatt "Science" (Bd. 323, S. 486) berichten, einen neuen Rekord dar. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 24./25. 1. 2009)


Eingebauter Lärmschutz im (Mäuse-)Hörsystem

Baltimore - Anders als die Augen, die man bei Bedarf mit den Lidern schließen kann, haben die Ohren keinen offensichtlichen Schutzmechanismus. Wie nun aber US-Forscher an Mäusen herausfanden, scheint es doch einen durch ein Protein ausgelösten "Empfindlichkeitsregulator" zu geben, mit dem das Ohr Schäden durch zu laute Geräusche verhindern kann, wie sie im Fachblatt "PLoS" (Bd. 7, Nr. 1) berichten. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 22. 1. 2009)


Neue Mistkäferart schiebt keine ruhige Kugel

US-Forscher der Universität von Princeton haben tief im Amazonas-Urwald die erste Mistkäferart entdeckt, die sich nicht von Dung in Kugelform ernährt. Statt Koprophagie zu betreiben, ernähren sich diese Käfer von giftigen Tausendfüßern, die zudem viel größer sind als sie selbst. Wie die Zoologen zudem im den Biology Letters der Royal Society berichten, beißen die Käfer ihren Opfern zuvor mit ihrem harten Oberkiefer die Beine und den Kopf ab - was einmal mehr zeige, zu welch eigenartigen Veränderungen die Evolution in der Lage sei. (tasch, DER STANDARD, Printausgabe, 21.1.2009)

Der Käfer in Aktion (Fotos: Trond Larsen)

(Infrarot)


Männer können Hunger besser unterdrücken

Washington - Männer können durch bewusste Verdrängung Hunger allem Anschein nach besser unterdrücken als Frauen. Frauen können zwar wie Männer das subjektive Hungergefühl verdrängen, in ihrem Hirn aber "nage" der Hunger weiter, schreiben US-Forscher im Fachblatt "PNAS". Sie hatten die entsprechende Gehirnregionen bei 23 Probanden untersucht, die an Essen bzw. Hungern denken mussten. (DER STANDARD, Printausgabe, 20. 1. 2009)


Gesamtgewicht der Meeresfische ermittelt

Washington - Britische Forscher schätzen (in "Science", Bd. 323, S. 359), dass in den Weltmeeren zwischen 812 und 2050 Millionen Tonnen Fisch schwimmen. Der Hintergrund der Berechnungen: Fische tragen damit wesentlich zum Mineralienhaushalt der Meere und damit auch zu deren CO2-Aufnahmefähigkeit bei. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 17./18. 1. 2009)


Einfluss von Ernährung auf Geschlecht bezweifelt

London - US-Statistiker haben gravierende Zweifel an einer Studie angemeldet, derzufolge durch die kalorienbewusste Ernährung vieler Frauen in den Industrieländern immer weniger Buben zur Welt kommen sollen. Diese Beobachtung lasse sich als statistischer Zufall erklären, schreiben Wissenschafter um Stanley Young vom US-Institut für statistische Wissenschaften in den "Proceedings B" der Royal Society. Dort war im vergangenen April auch die nun kritisierte Untersuchung erschienen, die unter anderem behauptete, dass kalorienreiche Frühstückskost bei Frauen eher zu männlichem Nachwuchs führt. (DER STANDARD, Printausgabe, 15. 1. 2009)


Übergewicht erhöht Risiko von Eierstockkrebs

Regensburg - Frauen mit deutlichem Übergewicht haben ein erhöhtes Risiko für Eierstockkrebs. Dies ist das Ergebnis einer Studie des US-amerikanischen Krebsforschungszentrums, für die der Regensburger Medizinprofessor Michael Leitzmann mit Kollegen mehrere Jahre lang die Krebsfälle bei rund 94.500 Frauen beobachtet hat. Demnach steigt das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, um 26 Prozent an, wenn die Betroffenen fettleibig sind. Die Untersuchung wird im Fachmagazin "Cancer" veröffentlicht. (DER STANDARD, Printausgabe, 15. 1. 2009)


Bergfinken-Invasion in der Steiermark

Feldbach - Eine spektakuläre Masseninvasion von Bergfinken kann man dieser Tage in Lödersdorf bei Feldbach (bzw. auf YouTube) beobachten: Mehr als drei Millionen Vögel versammeln sich dort allabendlich, um zu übernachten. Bergfinken sind regelmäßige Wintergäste in Österreich, ein solches Massenauftreten ist aber eine Premiere. Auslöser sind die Bucheckern, von denen sich die Vögel ernähren: Diese sind heuer im Brutgebiet (Skandinavien, Russland) knapp, bei uns aber sehr häufig. (strn//DER STANDARD, Printausgabe, 10./11. 1. 2009) 


Die Liebesduette der Gelbfiebermücken

Washington - Gelbfiebermücken, die Überträgerinnen des Dengue- und des Gelbfiebers, stimmen bei der Paarung ihr Summen miteinander ab und orientieren sich dabei an der harmonischen Reihe von Obertönen. Das berichten US-Insektenforscher im Fachblatt "Science", die sich durch diese Erkenntnis einen neuen Ansatz gegen die Vermehrung der Tiere erhoffen. (DER STANDARD, Printausgabe, 10./11. 1. 2009)

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