Südosteuropa sucht Alternative zu russischem Gas

9. Jänner 2009, 18:03
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Prekäre bis dramatische Versorgungslage in Serbien, Bosnien, Kroatien und Slowakei

Serbien: Die prekäre Gasversorgungslage hat sich in der Nacht auf Freitag nach den ersten Ersatzlieferungen aus Ungarn etwas gebessert. Deutschland werde täglich drei Millionen Kubikmeter Gas nach Serbien exportieren, sagte Präsident Boris Tadić. Zuvor hatte Ungarn angekündigt, mit bis zu zwei Millionen Kubikmetern auszuhelfen. Serbien will mit einem weiteren EU-Land, laut Medienberichten mit Österreich, über Gaslieferungen verhandeln. Die OMV sieht jedoch derzeit wenig Chancen. Die gasbetriebenen Heizwerke in der Vojvodina haben den Betrieb wieder aufgenommen, die Werke in Jagodina und Èaèak folgten.

Bosnien: Seit kein russisches Gas mehr nach Bosnien-Herzegowina strömt, ist die Situation in mehreren Städten dramatisch. Allein in der Hauptstadt Sarajewo sind rund 100.000 Haushalte vom Ausfall der Heizungen betroffen. Die Regierung bereitete vor dem Wochenendie Ausrufung des Notstands vor.

Kroatien: Der Öl-Konzern INA verhandelt mit der italienischen ENI über Gaslieferungen aus einem gemeinsamen Feld in der nördlichen Adria, um die Gaskrise zu überwinden. Außerdem will sich Kroatien auch um Gaslieferungen aus Algerien und Libyen bemühen.

Slowakei: "Innerhalb von zehn Tagen ein völliges Blackout" stellte Regierungschef Robert Fico in Aussicht, sollten die Lieferungen nicht wieder anlaufen. Er deutete an, dass eine Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerks Bohunice auch ohne EU-Zustimmung erfolgen könnte. Dies wäre ein Bruch des slowakischen EU-Beitrittsvertrages. (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10./11.1.2009)

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