"Mehr Ehrlichkeit der Manager zu sich selbst"

9. Jänner 2009, 17:07
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Neuwaldegger-Survey: Top-Manager zeigen sich mit ihrer Work-Life-Balance zufrieden, auch die Wochenarbeitszeit ist mit 48 Stunden im Schnitt im Rahmen

Pro Woche arbeiten Top-Führungskräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (D-A-CH) durchschnittlich 48 Stunden, so das Ergebnis des Neuwaldegger Top-Management Surveys zum Thema Gesundheit und Work-Life-Balance. Dieser Wert klingt für einen Spitzenjob überraschend moderat.

Michael Patak, geschäftsführender Gesellschafter der Beratergruppe Neuwaldegg, meint dazu: "Manager arbeiten sicher länger pro Woche, als sie sich selbst eingestehen. Es gilt heute eben auch als Gradmesser des Erfolgs, seine Arbeitszeiten im Griff zu haben." Gleichzeitig fordert er mehr Ehrlichkeit der Manager gegenüber sich selbst, denn in der Unterschätzung liegen auch Gefahren, nicht zuletzt gesundheitlicher Natur.

Gelungener Ausgleich

Zufrieden zeigen sich die Top-Manager des D-A-CH-Raums auch hinsichtlich ihrer Work-Life-Balance. Mehr als die Hälfte der Befragten sind mit ihrem Verhältnis von Arbeit und Freizeit sogar sehr zufrieden. Gegenüber der letzten Abfrage zur Zufriedenheit mit der Work-Life-Balance vor drei Jahren ist der Wert gleich hoch geblieben. Wenn man die zunehmende Geschwindigkeit im Arbeitsalltag berücksichtige, sei dieses gleichgebliebene Niveau als echte Verbesserung zu werten, so Patak.

Immerhin sorgen mittlerweile rund 60 Prozent der befragten Unternehmen für firmeninternen Ausgleich und bieten Sport und/oder Gesundheitsprogramme an. In welchem Ausmaß dieses Gesundheitsangebot von den Mitarbeitern und Managern angenommen werde, hänge sehr stark davon ab, wie sich diese Programme mit den Arbeitszeiten und den familiären Verpflichtungen verbinden lassen, sowie davon, ob sie die Interessen und Bedürfnisse treffen, so Patak.

Rauchen in der Küche

Das Thema Rauchen am Arbeitsplatz bzw. Nichtraucherschutz stellt laut Umfrage für knapp die Hälfte (46 Prozent) der Unternehmen mittlerweile kein Problem mehr dar. 38 Prozent gaben an, sie hätten immer schon Regelungen dafür gehabt. In zehn Prozent der befragten Unternehmen werde noch an einer Lösung für den Schutz der Nichtraucher gesucht.

Rauchen in der Küche oder Cafeteria ist nur in Österreich beliebt. 36 Prozent der heimischen Teilnehmer sagen, dies sei in ihrem Unternehmen Standard. In der Schweiz ist das nur in 14 Prozent, in Deutschland nur in acht Prozent der Unternehmen üblich. 13 Prozent der Befragten erfassen Rauchpausen im Zeiterfassungssystem und schicken ihre rauchenden Mitarbeiter vor die Tür. In der Schweiz gilt bereits in jedem zweiten Unternehmen ein generelles Rauchverbot, in Österreich setzt nur ein Viertel ein Rauchverbot um. (ost/DER STANDARD; Printausgabe, 10.1./11.1.2009)

  • Michael Patak.
    foto: beratergruppe neuwaldegg

    Michael Patak.

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