Rauchverbot: Skihütten noch uneinig

9. Jänner 2009, 13:34
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Nicht alle Hüttenwirte wissen, wie sie mit dem neuen Gesetz umgehen sollen

Hütten und Apres Ski-Bars haben mit dem seit 1. Jänner geltenden Rauchverbot ihre liebe Not. Die Verwirrung ist groß, so mancher Wirt weiß nicht, wie er mit den Bestimmungen umgehen und gleichzeitig seine Gäste zufriedenstellen soll. Besonders Bars für Feiern nach dem Tag auf der Piste warten zum Teil einfach ab und lassen die Besucher weiterqualmen. Aus einigen traditionellen Bergrestaurants wurde der Tabakkonsum hingegen schon gänzlich verbannt, in anderen dürfen Zigaretten nur mehr in Extra-Stüberln oder draußen auf Terrassen angezündet werden.

"Im Moment warten wir ab", lautet das knappe Kommentar beispielsweise in der "Schatzi Bar" in Ischgl in Tirol. "Wir versuchen das mit Schildern zu regeln." Bis zu 500 Gäste haben laut dem Geschäftsführer in dem Apres Ski-Lokal Platz, per Gesetz müsste der Betrieb daher längst rauchfrei sein oder zumindest einen Antrag auf die Errichtung eines Extrazimmers für Tabakkonsumenten gestellt haben - diese Bestimmung gilt für alle Gaststätten ab 80 Quadratmeter Größe. "Raucherzonen werden wir noch einrichten", so die Pläne der Unternehmer, die auch die Disco "Pacha" für bis zu 700 Gäste sowie das Table Dance-Lokal "Coyote Ugly" betreiben. Auch dort darf bis auf weiteres uneingeschränkt gequalmt werden.

Ganz auf Nichtraucher hat sich hingegen die ebenfalls in Ischgl angesiedelte "Idalp" eingestellt. Das große Bergrestaurant verfügt über fünf Stuben, eine Eisbar sowie eine Sonnenterrasse. Zigaretten dürfen nur mehr in einem Zimmer, in dem bis zu 25 Gäste Platz finden, sowie draußen konsumiert werden. Rund 300 Sitzmöglichkeiten sind absolut qualmfrei. "Der Großteil raucht draußen", so eine Mitarbeiterin. Über die Umstellung habe es bei den Gästen keinen großen Unmut gegeben, auch von den Barbesucher gebe es keine Beschwerden. "Das ist auch nicht so schlimm, die gehen halt raus", betonte die Frau.

Rauchen oder Nicht-Rauchen

Laut Tabakgesetznovelle darf in allen Lokalvarianten, die in irgendeiner Form Getränke bzw. Speisen verkaufen und dafür eine Gewerbeberichtigung haben, nicht mehr gequalmt werden. Ausnahmen gibt es nur für abgetrennte Zimmer bzw. Betriebe, die bis Juli 2010 einen Umbau planen bzw. prüfen. Auch Einraum-Betriebe mit weniger als 50 Quadratmeter Fläche können den Zigarettenkonsum weiterhin erlauben. Genau an die Bestimmungen hält sich Milan Kekic, der im Skigebiet Nassfeld-Hermagor in Kärnten insgesamt drei Lokale führt: In der Apres-Ski-Bar "Schneemann" mit einem 30 Quadratmeter großem Gastraum darf uneingeschränkt gequalmt werden, in den Speiselokalen "Haus Kärnten" und "Watschinger Alm" hat der Unternehmer sich für ein absolutes Rauchverbot entschieden.

Verwirrend ist das neue Gesetz für Kekic trotzdem: "Weil sich kein Mensch auskennt", kritisierte der Wirt. "Man weiß wirklich nicht genau, was man tun soll." Ein Problem sieht der Gastronom vor allem in den frostigen Wintertemperaturen: "Wenn man raus geht, ist es natürlich sehr kalt. Aber den Gästen bleibt nichts anderes übrig, sie müssen sich daran gewöhnen."

Ansuchen eingereicht

Auch die Wagrainer Apres Ski-Bar "Kuhstall" hält sich an die neuen Richtlinien: "Wir haben das Ansuchen für den Umbau eingereicht", erklärte Wirt Christoph Steinbacher. In der etwa 90 Quadratmeter großen einräumigen Feierstätte darf daher weiter ohne Beschränkung geraucht werden. Der Anteil der qualmenden Gäste sei sehr groß, in einem Jahr soll der Griff zur Zigarette allerdings gänzlich verboten werden: "Die Hütte wird ab 2010 rauchfrei sein", so Steinbacher. Geraucht werden darf dann nur mehr draußen im Bereich der Schirmbar.

Im steirischen Gasthof "Charly's Treff" in Schladming gibt es bereits seit zwei Jahren eine Raucherzone. An der Bar und in einer Stube sind Zigaretten nach wie vor erlaubt. Anders als im Gesetz vorgesehen sind diese Bereiche aber größer als der Nichtraucherraum. "Der Nichtraucher-Teil ist am schlechtesten belegt - nach wie vor", so die Chefin. Eingeführt habe sie die Abtrennung trotzdem bereits nach den ersten Diskussionen, weil sie diesen Schritt für richtig halte. (APA)

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