China setzt Vorgehen gegen Pornografie im Internet fort

9. Jänner 2009, 11:26
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Für Gesundheit junger Menschen schädlich

 China hat seine Kampagne gegen Pornografie und anstößige Inhalte im Internet verschärft. Die Internetaufsichtsbehörde in Peking forderte mehr als ein Dutzend Webseiten auf, gegen solche Inhalte vorzugehen. Sie verstießen gegen das moralische Empfinden der Gesellschaft und schadeten der Gesundheit junger Menschen, erklärte die zuständige Behörde am Donnerstagabend. Zu den beanstandeten Seiten zählt auch MSN von Microsoft.

Am Montag hatten sieben staatliche Behörden eine einmonatige Kampagne zur Bereinigung der Inhalte von Webseiten gestartet. Unter den 19 kritisierten Seiten waren Google und die in China populäre Suchmaschine Baidu. Viele von ihnen veröffentlichten Entschuldigungen und gelobten Besserung. Von Microsoft und Google lagen zunächst keine Stellungnahmen vor.

Mehr User als in den USA

China hat nach eigenen Angaben die USA in der Anzahl von Internet-Nutzern im Vorjahr überrundet. Demnach machen inzwischen mehr als 250 Millionen Chinesen vom World Wide Web Gebrauch. Mit Blickrichtung auf die Olympischen Spiele in Peking 2008 hatten Menschenrechtsgruppen die chinesische Regierung wiederholt aufgerufen, die Internet- und Medienkontrollen zu lockern. Google hatte eine chinesische Website gestartet, die sich an die Zensurbestimmungen des Pekinger Regimes hält. Google ist an der chinesischen Suchmaschine Baidu beteiligt. Um die Genehmigung für eine chinesische Website mit der Adresse ".cn", zu erhalten, verpflichtete sich Google, für diesen Dienst Adressen aus seiner Datenbank zu entfernen, die von der kommunistischen Führung als anstößig betrachtet werden. Zu solchen verbotenen Themen gehören Diskussionen über Taiwan und Tibet oder die blutige Niederwerfung der chinesischen Demokratiebewegung von 1989.

Einen rasanten Anstieg der Festnahmen von Cyber-Dissidenten in China hatte die Menschenrechts- und Gefangenenhilfe-Organisation Amnesty International verzeichnet. Die Inhaftierungen erfolgen laut AI-Bericht überwiegend wegen "Subversion" oder "Gefährdung der Staatssicherheit". Peking fördert die Internet-Nutzung vor allem in Wirtschaft und Bildung, versucht aber, die Bevölkerung von regimekritischen Berichten oder Nachrichten von Menschenrechtsgruppen fernzuhalten. Alle Internet-Cafés seien verpflichtet, die Polizei über ihre Kunden zu informieren. Jeder, der im Internet surft, sei der potenziellen Gefahr der Zwangsarbeit und Haft ausgesetzt, erklärte die Organisation. China ist das Land mit den meisten inhaftierten Journalisten. Ein Großteil von ihnen wurde wegen Beiträgen in Blogs oder anderen Internet-Angeboten ins Gefängnis gesteckt. (APA)

 

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