Komfort und Sicherheit gegen bares Geld

11. Jänner 2009, 17:00
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2009 wird das Jahr der Assistenzsysteme in Fahrzeugen. Die Helferlein im Auto werden uns zusehends öfter unter die Arme greifen

Man nennt sie Tech-Days oder TecDays oder schlicht Workshops. Das sind jene Veranstaltungen der Autohersteller, in denen sie zeigen, wo sie technologisch hinwollen. Bei dieser Gelegenheit betonen sie auch immer wieder gerne, wie weit sie auf dem Weg in die Zukunft schon sind, oft wollen sie auch klarmachen, dass sie nicht nur die Nase, sondern gleich den ganzen Kopf vorne haben.


Umweltschutz ist das große Thema bei Renault.

Von Marke zu Marke gibt es auch unterschiedliche Schwerpunkte. Renault stellt gerne die Umwelt in den Mittelpunkt, Volvo naturgemäß die Sicherheit, ...

Toyota den Hybridantrieb, ...

... während die deutschen Hersteller in den letzten Jahren die Assistenzsysteme stark forciert haben. Aber im Grunde arbeiten alle an allem, und je höher die Fahrzeugklasse, also umso teurer das Auto, desto eher wird die Zukunft Einzug halten.

Nachdem nun über viele Jahre von Entwürfen, Konzepten, Projekten und Konsortien die Rede war, wird das Jahr 2009 viele konkrete Ergebnisse in der Serienfertigung bringen. Kraftlinien der tatsächlichen Machbarkeit haben sich ja schon 2008 ausgebildet. Vor allem in der Premiumklasse auf dem Gebiet der Assistenzsysteme, aber nicht nur dort.

BMW bietet bereits ein umfassendes Programm an elektronischen Helfern in der neuen Siebener-Reihe an. Auch Mercedes hat für 2009 ein umfangreiches Paket an Assistenzsystemen zu Serienfertigung gebracht.

Und wo bleibt Audi? Natürlich wird auch Audi mitziehen. Die Ingolstädter sind sogar in einer besonders günstigen Situation, zumal man in enger Verknüpfung mit der VW-Konzernforschung mit den elektronischen Features viel schneller in die Breite wird gehen können.

In der VW-Gruppe lassen sie die Stückzahlen viel schneller hochschrauben als dies reine Premium-Hersteller wie BMW oder Mercedes können. Selbstverständlich wird man bei Audi die zusätzlichen Helferlein auch nicht verschenken, doch man kommt schneller in den Bereich der Wirtschaftlichkeit, was ja bei angespannter Weltwirtschaftslage auch nicht schaden kann. Die Preise für die Aufpreis-Extras entstehen ja nicht aus den Herstellungskosten, sondern daraus, wie viel die Kunden bereit sind zu bezahlen.

Worum geht es konkret? Einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit sehen die Hersteller in der Fahrzeug-Umfeld-Erkennung. Hier hat man mittlerweile einen Riesenschritt gemacht. Durch Hochfrequenz-Sensorik, Radar- und Kamerasysteme kann die Umgebung des Wagens umfassend gescannt werden. Daraus resultieren nicht nur die bereits bekannten Abstandstempomaten, sondern auch Notbremssysteme, die den Wagen automatisch abbremsen, wenn es keine andere Möglichkeit zur Unfallvermeidung mehr gibt. Wenn die Elektronik etwa erkennt, dass es bereits zu spät zum Ausweisen ist, leitet sie eine Vollbremsung ein, durch die immerhin noch die Aufprallgeschwindigkeit signifikant reduziert wird.


Nase vorne

Auch Systeme zur Spurhaltung und zur Vermeidung von Kollisionen beim Spurwechsel werden vermehrt angeboten. Bei Mercedes verspricht man sich einen signifikanten Sicherheitsgewinn durch das adaptive Fernlicht, das bei Gegenverkehr kontinuierlich die Leuchtweite zurückregelt und so die Fahrbahn optimal ausleuchtet, ohne den Gegenverkehr zu blenden.

Hier hat man die Nase vorne, BMW blendet immerhin automatisch ab. Andersrum ist es bei der Verkehrszeichenerkennung.

Während Mercedes nur auf Überlandstraßen Geschwindigkeitslimits erkennt, lässt man bei BMW zusätzlich auch die Informationen aus dem Navigationssystem einfließen - dieses System arbeitet auch im Ortsgebiet. Sehr angenehm ist auch das so genannte Head-up-Display. Wichtige Informationen wie etwa die momentan gefahrene Geschwindigkeit werden in die Windschutzscheibe eingespiegelt, womit sie direkt im Fahrersichtfeld liegen.

Auch auf dem Gebiet der Navigation sind Fortschritte zu erwarten, nachdem zuletzt eher der Eindruck entstand, die Präzision der Bedienbarkeit, Anzeige und Ansage habe wieder abgenommen. Hier ist vor allem die VW-Gruppe hervorzuheben, wo eine neue Touchscreen-Technik ungewohnt hohen Bedienkomfort bietet. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/9.1.2009)

  • Elektronische Helferlein servieren auch in Alltagsautos immer mehr Programme, die den Fahrer unterstützen und ihm aus brenzligen Situationen helfen.
    foto: werk

    Elektronische Helferlein servieren auch in Alltagsautos immer mehr Programme, die den Fahrer unterstützen und ihm aus brenzligen Situationen helfen.

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