Deutsche Postbank rutscht tief in rote Zahlen

9. Jänner 2009, 10:38
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Die Finanzkrise macht 2008 zu schaffen - 600 Millionen Euro Verlust im Gesamtjahr

Bonn - Die deutsche Postbank ist 2008 wegen der Finanzkrise tief in die roten Zahlen gerutscht. Das stark negative Kapitalmarktumfeld habe das Ergebnis im vierten Quartal "signifikant" belastet, teilte die Deutsche-Post-Tochter am Freitag in Bonn mit. Im Gesamtjahr sei deshalb ein "deutlicher" Verlust angefallen. Nach Informationen aus Finanzkreisen beläuft sich das Minus im vierten Quartal auf rund 500 Mio. Euro und im Gesamtjahr damit auf etwa 600 Mio. Euro. Zuletzt hatte die Bank immer wieder betont, dass im vierten Quartal wegen der Finanzmarktkrise mit weiteren Belastungen zu rechnen und daher ein Verlust im Gesamtjahr nicht auszuschließen sei.

Bis Ende Dezember seien die Aktienbestände komplett abgebaut worden. Damit seien weitere Belastungen der Kernkapitalquote durch fallende Aktienkurse ausgeschlossen. Die Postbank hatte erst Ende November neue eigene Aktien für eine Milliarde Euro ausgegeben, um das Eigenkapital zu stärken. Da sich kein Käufer für die Papiere fand, hatte damals die Mutter-Gesellschaft alle Aktien gekauft. Der Anteil der Post stieg damit auf rund 62 Prozent.

Anfang dieses Jahres wird die Post einer Vereinbarung vom September zufolge 29,75 Prozent der Postbank an die Deutsche Bank für 2,8 Mrd. Euro verkaufen. Bei der Transaktion wurde der Wert einer Aktie auf 57,25 Euro festgelegt. Ein Sprecher der Deutschen Bank betonte am Freitag, dass die größte deutsche Bank am geplanten Einstieg bei der Postbank im ersten Quartal festhalte.

Die Postbank-Aktie verlor am Freitag bis 10 Uhr rund drei Prozent auf 13,83 Euro, während das Papier der Deutschen Bank um knapp fünf Prozent auf 24,53 Euro nachgab. Bei der Deutschen-Bank-Aktie drückten Händlern zufolge auch Spekulationen auf massive Verluste im Eigenhandel auf den Kurs. Die Anteile der Deutschen Post notierten nahezu unverändert bei 10,87 Euro. Die Post hatte die Postbank bereits nach dem angekündigten Einstieg der Deutschen Bank aus ihren Prognosen für das vergangene Jahr ausgeklammert. (APA/dpa-AFX)

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