Negative Erinnerungen verblassen im Alter schneller

9. Jänner 2009, 10:40
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Das Speichern von schlechten Erinnerungen verläuft bei Senioren anders als bei jungen Personen

Frankfurt/Main  - Ältere Menschen sehen die Vergangenheit oftmals positiver, als sie tatsächlich war. Wissenschaftler haben nun eine mögliche Ursache für dieses Phänomen gefunden: "Ältere Menschen setzen das Gehirn anders ein als junge Menschen", erklärte Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen. Das Speichern besonders von schlechten Erinnerungen verlaufe unterschiedlich, wie sich über die Messung der Gehirnaktivität nachweisen lasse.

Studie mt jungen Testpersonen und Senioren

Beil verwies auf eine neue US-Studie, bei der jungen Testpersonen sowie Senioren im Durchschnittsalter von 70 Jahren Bilder von neutralen und von sehr negativen Ereignissen gezeigt wurden. Währenddessen wurde die Gehirnaktivität mittels funktioneller Magnetresonanztomografie überwacht. Nach 30 Minuten wurden die Teilnehmer unerwartet gebeten, sich an die gezeigten Bilder zu erinnern. "Dabei stellte sich heraus, dass die älteren Teilnehmer sich an weniger negative Bilder erinnerten als die jüngeren Probanden", berichtete der Kölner Neurologe.

Die Messungen zeigten eine vergleichbare Aktivität der Emotionszentren im Gehirn, die Interaktion dieser Regionen mit anderen Hirnbereichen war jedoch sehr unterschiedlich. "Bei den älteren Personen war eine geringere Wechselwirkung zwischen der Amygdala, die im Zusammenhang mit Gefühlen steht, und dem Hippocampus, der bei Gedächtnisleistungen eine Rolle spielt, zu beobachten", erklärte Beil.

Gleichzeitig seien stärkere Interaktionen zwischen der Amygdala und dem sogenannten dorsolateralen frontalen Cortex sichtbar gewesen. Dieser sei an höheren Denkprozessen, wie etwa dem Kontrollieren von Gefühlen, beteiligt. Bei den älteren Teilnehmern seien somit an der Speicherung der emotionalen Eindrücke offenbar rationale Prozesse stärker beteiligt als emotionale, sagt der Neurologe.

Ältere kontrollieren Emotionen besser

Frühere Untersuchungen hatten bereits gezeigt, dass alte Menschen ihre Gefühle besser kontrollieren können als jüngere: "Altere Menschen haben vermutlich aufgrund ihrer Lebenserfahrung besser gelernt, mit belastenden Ereignissen umzugehen und in emotionsgeladenen Situationen gelassener zu bleiben", erklärte der Mediziner, der das Studienergebnis auch als Beitrag zum besseren Verständnis von Depressionen und Angststörungen wertet: Menschen mit diesen Erkrankungen falle es häufig schwer, mit emotional herausfordernden Situationen umzugehen. Zugleich litten sie oftmals unter belastenden Erinnerungen. (APA/AP)

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    Auch frühere Untersuchungen zeigten, dass alte Menschen ihre Gefühle besser kontrollieren können als jüngere.

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