Schmerzliche Diagnose für Grugger

8. Jänner 2009, 21:28
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Salzburger zog sich bereits zum vierten Mal einen Kreuzbandriss zu - "Schon eingeplant, dass ich wieder zurückkomme" - Matt, Hirscher, Reichelt für Adelboden fraglich

Innsbruck/Adelboden - Hans Gruggers Leidensgeschichte ist um ein weiteres trauriges Kapitel reicher. Beim Salzburger Ski-Rennläufer wurde am Freitag durch Dr. Christian Fink im Sanatorium Hochrum in Innsbruck ein Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie diagnostiziert. Grugger hat sich zudem eine Verletzung des Innenmeniskus und Knorpels im rechten Knie zugezogen, wird am Samstagabend von Fink operiert und muss voraussichtlich neuerlich sechs Monate pausieren.

"Die Diagnose ist natürlich niederschmetternd. Jetzt hoffe ich in erster Linie, dass die Operation gut verläuft, alles andere wird man sehen. Ich habe aber schon eingeplant, dass ich wieder zurückkomme", meinte der schwer enttäuschte Grugger in einer ersten Reaktion.

Der Gasteiner Pechvogel hatte sich die Verletzung bereits am Mittwoch beim Training für die Europacup-Abfahrt in Wengen zugezogen - ohne Sturz. Aufgrund von leichten Schmerzen hatte sich Grugger am Donnerstag in Interlaken untersuchen lassen, die genaue Diagnose wurde nun in Tirol erstellt. "Ich bin in Wengen über den Hundsschopf gesprungen und ein bisschen schief aufgekommen. Ich hab's leicht im Knie gespürt, bin weiter bis ins Ziel gefahren und hätte nie gedacht, dass es so schlimm ist. Ich spüre auch jetzt keinerlei Schmerzen", berichtete Grugger.

Grugger hätte eigentlich am Freitag die Europacup-Abfahrt in Wengen bestreiten wollen, als Generalprobe für sein für kommende Woche geplant gewesenes Weltcup-Comeback. Den bis dato letzten Weltcup-Einsatz hatte Grugger am 24. November 2007 in Lake Louise absolviert, damit dürfte sich die Rennpause des 27-Jährigen nun auf rund zwei Jahre verlängern.

Nach u.a. mittlerweile vier Kreuzbandrissen könnte man einen Rückzug Gruggers aus dem Leistungssport ohne weiteres nachvollziehen. Doch auch Herrenchef Toni Giger glaubt, dass es "Wuzz" noch einmal wissen wollen wird. "Er ist natürlich irrsinnig niedergeschlagen, aber der Hans ist ein unglaublicher Kämpfer", sagte Giger, der derzeit im Speedbereich neben Grugger auch auf Mario Scheiber, Andreas Buder und Rainer Schönfelder verzichten muss.

Auch seine Teamkollegen konnten das Pech Gruggers kaum fassen. "Das ist fürchterlich, so etwas macht schon sehr nachdenklich. Was es den Hans in den vergangenen zwei, drei Jahren gefuchst hat, ist unglaublich", meinte etwa Benjamin Raich über den Freund der oberösterreichischen ÖSV-Rennläuferin Ingrid Rumpfhuber.

"Das ist eine ganz bittere Geschichte, weil es sein gesundes Knie erwischt hat", sagte der behandelnde Doktor Fink. "Gesundes Knie" ist im Fall von Grugger allerdings relativ, denn seinen Premieren-Kreuzbandriss hatte sich Grugger 1998 ebenfalls im rechten Knie zugezogen. Und zwar im Training für seine allererste Europacup-Abfahrt in Zauchensee. Leider war dies nur der Anfang seiner unglaublichen Pechsträhne gewesen.

Fragliches Trio

Vergleichsweise harmlos waren da die Nachrichten, die ebenfalls am Donnerstag bezüglich Mario Matt, Marcel Hirscher und Hannes Reichelt auftauchten. Das Trio ist nämlich für das anstehende Rennwochenende in Adelboden fraglich. Matt leidet an einem Infekt im Nasen-Nebenhöhlenbereich, Hirscher kämpft gegen eine Darminfektion an und Reichelt plagt ein Außenohr-Infekt. Laut ÖSV-Herrencheftrainer Toni Giger fällt am Freitag die Entscheidung, ob die drei Athleten bei den Rennen im Berner Oberland an den Start gehen können.

Für den einzigen Lichtblick im Herren-Lager an diesem "schwarzen Donnerstag" sorgte Mario Scheiber, der einmal mehr am Knie verletzte Tiroler darf nach einer Untersuchung in Hochrum mit Beginn der kommenden Woche mit dem freien Skifahren beginnen. Damit lebt für Scheiber die Hoffnung auf ein Comeback Ende Jänner in Kitzbühel sowie die kleine Chance auf eine Teilnahme an der WM im Februar in Val d'Isere.(APA)

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    Das Pech bleibt Hans Grugger treu.

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