Österreichs Herren-Staffel triumphiert in Oberhof

8. Jänner 2009, 18:52
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Mesotitsch, Pinter, Landertinger und der überragende Schlussläufer Sumann schlagen schon wieder zu

Oberhof - Österreichs Biathlon-Staffel der Herren ist mit einem Weltcup-Sieg ins neue Jahr gestartet. Nachdem das ÖSV-Quartett bereits den Heim-Weltcup am 21. Dezember in Hochfilzen dominiert hatte, gewannen Daniel Mesotitsch, Fritz Pinter, Dominik Landertinger und der überragende Schlussläufer Christoph Sumann am Donnerstagabend auch den Bewerb über 4 x 7,5 km in Oberhof.

Dritter Podestplatz im dritten Rennen

Nach Platz zwei und eins in den ersten beiden Staffel-Bewerben in Tirol landeten die erneut fehlerfreien Österreicher also auch im dritten Saisonbewerb auf dem Podest, das ist keiner anderen Nation gelungen. Damit unterstrich das ÖSV-Team nicht nur seine Medaillenfavoriten-Rolle für die Weltmeisterschaften vom 14. bis 22. Februar in Pyeongchang/Südkorea, sondern baute auch die Weltcup-Führung aus. Auf den Ehrenplätzen landeten in Oberhof Russland (+8,7 Sek.) sowie Gastgeber Deutschland (+19,2 Sek./1 Strafrunde).

Von Beginn weg mischten die Österreicher an der Spitze mit, waren nie schlechter als Vierter und wechselten bis zur Halbzeit jeweils an zweiter Stelle, Landertinger übergab dann als Dritter an Sumann. Und der 32-jährige Steirer "flog" nach dem Liegend-Schießen förmlich am führenden russischen Schlussläufer Nikolai Kruglow vorbei. Im Stehend-Anschlag musste der im Moment beste ÖSV-Biathlet dann zwar erneut einmal nachladen, doch auch Kruglow musste zu den Ersatzpatronen greifen. Deshalb konnte Sumann erneut die letzten Meter des Triumphes wie schon zuletzt in Hochfilzen "voll auskosten und genießen".

"Kompakte Leistung des gesamten Teams"

"Meine drei Kollegen habe ihre Sache wieder richtig gut gemacht. Ich hatte heute ein tolles Material, und die Form stimmt einfach. Vor so einer unglaublichen Kulisse zu gewinnen, ist einfach traumhaft", betonte Sumann. Auch Startläufer Mesotitsch sprach von einer "kompakten Leistung des gesamten Teams. Läuferisch war es heute nahezu perfekt."

Vor allem die Tatsache, dass auch Ersatzmann Landertinger - ursprünglich war Simon Eder auf Position drei vorgesehen, wurde aber wegen Halsschmerzen dann doch nicht nominiert - überzeugte, stimmte ÖSV-Cheftrainer Reinhard Gösweiner zuversichtlich. "Ich kann meiner Mannschaft nur gratulieren. Wir haben jetzt zwei Ersatzleute, mit denen wir noch immer gleich stark sind, also nichts verlieren", sagte der Coach und erinnerte damit an den Sieg in Hochfilzen, als Tobias Eberhard neben Mesotisch, Pinter und Sumann dem erfolgreichen Quartett angehört hatte.

Der Schlüssel zur aktuellen Erfolgsserie sind die im Vergleich zu früheren Jahren viel stabileren Schießleistungen. "Da haben wir vom Training her mit einigen Experten einiges verändert, davon profitieren wir jetzt", erläuterte Gösweiner, den die Stabilität seiner Burschen besonders freut. "Der deutsche Trainer ist heute nach dem Rennen zu mir gekommen und hat bei der Gratulation zum Sieg gemeint: 'Schön langsam werdet ihr mir unheimlich.'"

Ein Novum

Zwei Staffel-Siege in einer Saison sind ein Novum für die rot-weiß-roten Skijäger, die in Deutschland zum insgesamt vierten Mal in einem Weltcup-Bewerb als Erste über die Ziellinie fuhren. In der offiziellen Statistik hält Österreich aber nun sogar schon bei fünf Staffel-Erfolgen. In dieser wird nämlich neben Hochfilzen 1999, Pokljuka 2001, Hochfilzen 2008 und Oberhof 2009 auch der Pokljuka-Erfolg von 1992 berücksichtigt. Damals waren die Österreicher allerdings nur als Sieger geführt worden, weil die zweite Staffel Deutschlands, die den Bewerb gewonnen hatte, nach geltendem Reglement nicht für den Weltcup gewertet worden war.(APA)

Staffel-Bewerb - Herren, 4 x 7,5 km:

  • 1. Österreich (Daniel Mesotitsch, Friedrich Pinter, Dominik Landertinger, Christoph Sumann) 1:19:36,6 Stunden/0 Strafrunden+12 Schießfehler
  • 2. Russland (Jewgenij Ustjugow, Maxim Tschudow, Dmitri Jaroschenko, Nikolai Kruglow) +8,7 Sek./0+6
  • 3. Deutschland (Michael Greis, Michael Rösch, Arnd Pfeiffer, Toni Lang) 19,2/1+9
  • 4. Norwegen 1:16,0 Min./2+12
  • 5. Frankreich 1:56,5/1+7
  • 6. Weißrussland 2:11,2/0+ 5
  • 7. Schweiz 2:29,1/0+11
  •  8. Slowakei 2:38,7/0+8
  • 9. Schweden 2:52,0/2+12
  • 10. Tschechien 3:21,4/1+9

Staffel-Weltcup nach drei von sechs Bewerben: 1. Österreich 174 Punkte - 2. Russland 154 - 3. Schweden 124 - 4. Deutschland 123 - 5. Norwegen 122

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    Dominik Landertinger beschattet die Konkurrenz.

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    Christoph Sumann läuft den Sieg ins Ziel.

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    Gesichter des Erfolges: Daniel Mesotitsch, Dominik Landertinger, Christoph Sumann und Friedrich Pinter.

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