Deutschland erwächst neuer Zeitungsriese

8. Jänner 2009, 17:53
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Zukäufe dürften Kölner Konzern DuMont Schauberg auf Platz drei vor der WAZ befördern

Hans Dichand, dessen 88. Geburtstag ansteht, ist nicht allein im verlegerischen Unruhestand: Alfred Neven DuMont, auch schon 81, dürfte seinem Kölner Zeitungskonzern drei Blätter in Berlin und Hamburg einverleiben.

Branchendienste - DER STANDARD berichtete - und Medienredaktionen Deutschlands waren Donnerstag einig, dass DuMont Schauberg den Berliner Verlag von Finanzinvestor Mecom übernimmt. David Montgomery, britischer Prototyp der Medienheuschrecke, kaufte binnen weniger Jahre ein europäisches Zeitungsimperium zusammen und kann nun in der Krise die Schulden kaum bedienen.

Winterschlussverkauf dräut, und DuMont schlägt früh zu, wenn die Meldungen zutreffen. Aus Köln kam zuletzt unverändert "reine Spekulation" zu dem Deal um 165 bis 170 Millionen Euro.

Vor der WAZ

DuMont hat 2006 der SPD die Mehrheit an der "Frankfurter Rundschau", einem linksliberalen Qualitätsblatt, für kolportierte 40 Millionen abgekauft. Chefredakteur wurde Uwe Vorkötter, zuvor Redaktionsboss der "Berliner Zeitung" und dort wegen Montgomery abgegangen. Vorkötter könnte nun wiederkehren: Eine enge, Personal sparende redaktionelle Kooperation von Rundschau und Berliner liegt nahe, wenn DuMont zuschlägt.

DuMont Schauberg würde nach ersten, sehr groben Auflagenhochrechnungen auf Platz drei der deutschen Zeitungskonzerne vorrücken, noch vor der WAZ (in Österreich: "Krone", "Kurier"). Wenn DuMont, wie kolportiert, die "Hamburger Morgenpost" im Paket übernimmt. An der war Kollege Dichand ja auch schon beteiligt. (fid/DER STANDARD, Printausgabe, 9.1.2009)

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    Mecom verkauft Berliner Verlag.

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