Legendärer Bulle aus tiefgefrorenen Zellen geklont

8. Jänner 2009, 16:07
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Debatte über den Verkauf geklonten Fleisches könnte in Japan neu aufflammen

Tokio - In Japan wurde ein legendäres Rind geklont, dessen Nachfahren bis heute Fleisch von höchster Qualität liefern. Mit Hilfe von seit 13 Jahren eingefrorenen Hodenzellen des berühmten Bullen Yasufuku seien vier Kälber mit identischem Erbgut gezeugt worden, teilten Forscher der Kinki-Universität und des Viehzucht-Forschungsinstituts der Präfektur Gifu am Donnerstag mit. Zwei der Klontiere überlebten demnach.

Yasufuku ist der Urvater des Hidagyu-Rindfleischs, das ähnlich teuer ist wie das auch hierzulande verkaufte Kobe-Rind. Das Fleisch gilt als besonders zart und schmackhaft, unter anderem weil die Tiere während der Aufzucht oft massiert und mit Bier gefüttert werden.

Klone aus dem Tiefkühler

Erst im November hatten japanische Forscher in "PNAS" veröffentlicht, dass sie Mäuse, die zum Teil bereits 16 Jahre lang tiefgekühlt waren, erfolgreich geklont hatten. Eigentlich ist aufgetautes Gewebe als Ausgangsmaterial zum Klonen denkbar schlecht geeignet. Denn ohne die Zugabe von Frostschutzmittel werden die Zellen und das darin enthaltene Erbgut durch die beim Gefrieren entstehenden Eiskristalle zerstört. Jedoch dürfte, wie diese Beispiele zeigen, in einigen Zellen ausreichend intakte Erbinformation vorliegen.

Der Traum: ein Mammut

Was das Hidagyu-Rindfleisch betrifft, wollen die japanischen Forscher nun nach eigenen Angaben herausfinden, welche genetischen Faktoren und Proteinstrukturen die Fleischqualität beeinflussen. Langfristig wollen sie auch ausgestorbene Tierarten wiederbeleben: "Unser Traum ist es, ein Mammut zu schaffen", sagte Kazuhiro Saeki von der Kinki-Universität.

Der jüngste Klonerfolg dürfte in jedem Fall die Debatte über den Verkauf geklonten Fleisches in Japan neu beleben. Die Regierung in Tokio steht einer Freigabe Medienberichten zufolge positiv gegenüber. In den USA stimmten die Behörden bereits im vergangenen Jahr dem Verkauf von geklonten Tierprodukten zu. (APA/red)

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