Flug-Fest am Kulm

8. Jänner 2009, 15:10
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Die ÖSV-Adler zählen beim Skifliegen in Bad Mitterndorf zu den Topfavoriten - Flügellahme Norweger hoffen auf Aha-Erlebnis

Bad Mitterndorf - Die Voraussetzungen für das Weltcup-Skifliegen am Kulm bei Bad Mitterndorf/Tauplitz könnten besser nicht sein. Tourneesieger Wolfgang Loitzl und seine Kollegen haben mit ihren jüngsten Spitzenleistungen beste Werbung für die zwei Konkurrenzen am Wochenende (jeweils 14.00/live ORF 1) betrieben, die weltgrößte Naturschanze im steirischen Salzkammergut ist präpariert, der Wettergott war gnädig.

Sehr gute Flugbedingungen bei Temperaturen um null Grad werden prognostiziert. Die ÖSV-"Adler" gelten als große Favoriten. Wolfgang Loitzl, der Lokalmatador aus Bad Mitterndorf, peilt nach dem Tournee-Triumph erneut einen Spitzenplatz an. Der Stilist zählt allerdings nicht zu den Flug-Spezialisten wie etwa Gregor Schlierenzauer, Martin Koch oder der zurückgetretene Andreas Widhölzl, sein enormes Selbstvertrauen wird ihn aber zweifellos beflügeln. "So wie ich jetzt springe, werde ich auch beim Skifliegen ganz weit vorne sein", kündigte Loitzl an.

Skiflug-Weltmeister Schlierenzauer hat bei seinem Flug-Debüt gleich den Titel erobert (Oberstdorf 2008) und wenige Wochen später auf dem weltgrößten Bakken in Planica mit drei Flügen über die 230-m-Marke aufhorchen lassen. Sein österreichischer Rekord steht bei 233,5 Meter.

Solche Weiten lässt das Gelände am Kulm nicht zu, doch der eben 19 Jahre alt gewordene Stubaitaler möchte seiner beachtlichen Sammlung an Schanzenrekorden bei der nächsten Premiere einen weiteren hinzufügen. Der Deutsche Sven Hannawald hatte 2003 mit 214,0 Metern den bisher weitesten gestandenen Flug am Kulm geschafft. Der Tiroler Christian Nagiller war 2003 sogar bei 220 Meter gelandet, aber wegen eines Bindungsbruchs gestürzt. Die Fans dürfen sich jedenfalls auf ein Flug-Festival freuen, bei dem die heimischen Asse den Ton angeben sollten.

Zu den großen Konkurrenten der Österreicher zählt zweifellos erneut der Weltcup-Spitzenreiter und fünffache Saisonsieger Simon Ammann (SUI) und wohl auch Ex-Weltrekordler Matti Hautamäki (FIN). Die Norweger, die großen Dominatoren der WM 2006 am Kulm, waren zuletzt außer Form. Der zweifache Weltmeister Roar Ljökelsöy und Weltrekordler Björn Einar Romören (239 m) haben die Tournee vorzeitig beendet und in Trondheim trainiert. Das Team von Ex-ÖSV-Coach Mika Kojonkoski hofft nun bei der Rückkehr an die Stätte früherer Erfolge auf ein Aha-Erlebnis. (APA)

 

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Wolfgang Loitzl blickt in die Tiefe.

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