Krebszellen tricksen programmierten Zelltod aus

8. Jänner 2009, 14:23
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Werden Kebszellen nicht zerstört, können sie sich weiter teilen und in der Folge zu einem Tumor entwickeln

Hongkong  - Krebszellen umgehen ihr Absterben durch das Rückgängigmachen eines Vorgangs, der bei normalen Zellen am Ende ihrer Lebensspanne zum Tod führt. Wissenschaftler der Chinese University of Hong Kong haben nachgewiesen, dass Krebszellen sich erholten, nachdem sie einem Cocktail aus Chemikalien ausgesetzt waren, der bei normalen Zellen zum Absterben führt. Diese Fähigkeit könnte Krebszellen helfen, die Wirkung der bei der Chemotherapie eingesetzten Medikamente zu blockieren. Details der Studie wurden im British Journal of Cancer veröffentlicht.

Tumor als Folge

Der programmierte Zelltod oder Apoptose spielt eine entscheidende Rolle bei der Gesunderhaltung des Körpers. Er sorgt dafür, dass beschädigte oder fehlerhafte Zellen entsorgt werden. Werden diese Zellen nicht zerstört, können sie sich weiter teilen und in der Folge zu einem Tumor werden. Das Team um Ming-Chiu Fung behandelte Krebserkrankungen der Gebärmutter, der Haut und der Brust mit jeweils drei verschiedenen Chemikalien: Jasplakinoliden, Staurosporinen und Ethanol. Sie lösen bei normalen Zellen eine Apoptose aus. Es sollte untersucht werden, ob Krebszellen überleben können, wenn sie den Punkt ohne Wiederkehr bei einem normalen Zelltod überschritten hatten, berichtet BBC Online.

Es zeigte sich, dass sich die Krebszellen erholten, nachdem die Chemikalien entfernt worden waren. Das galt auch dann, wenn die Zellen normalerweise kritische Kontrollpunkte bereits passiert hatten. Als die Chemikalien entfernt wurden, erhielten die Krebszellen ihre Form und auch ihre Funktion wieder. Auch die Zellteilung lief normal weiter. Sie verloren ihre Fähigkeit, sich zu erholen, wenn der Kern im Innersten der Zelle begonnen hatte sich aufzulösen. Dieses Ereignis steht normalerweise am Ende des Zelltodes. (pte)

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