"Bewaffnet uns und schickt uns nach Gaza"

8. Jänner 2009, 18:07
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Tausende demonstrieren in Syrien und Afghanistan gegen Israel - Iran verbietet Staatbürgern Selbstmordattentate

Damaskus - Mehrere zehntausend Menschen haben am Donnerstag in der syrischen Hauptstadt Damaskus gegen die israelische Militäroffensive im Gazastreifen protestiert. Die amtlichen syrischen Medien sprachen sogar von einer Million Teilnehmer. Im Fernsehen kritisierten Demonstranten die "arabischen Verräter", die sich nicht deutlich auf die Seite der Palästinenser stellten. "Bewaffnet uns und schickt uns nach Gaza" forderten Jugendliche, die eine US-Flagge verbrannten.

Mehr als tausend Afghanen haben sich freiwillig zum Kampf gegen Israels Truppen im Gazastreifen gemeldet. Die jungen Männer strömten am Donnerstag in die Milad-ul-Nabi-Moschee in der afghanischen Hauptstadt Kabul, um ihren Namen in eine entsprechende Liste einzutragen. Wie der Imam und Initiator der Kampagne, Habibullah Assam, erklärte, spendeten mehrere Hundert auch Blut für die Palästinenser. "Israels Vorgehen gegen die unschuldigen Muslime im Gazastreifen ist abscheulich und unmenschlich und wird massiv von den Amerikanern unterstützt", sagte Assam.

Obwohl es für die meisten Afghanen nahezu unmöglich ist, in den Gazastreifen zu reisen, zeigten sich einige Männer von der Sache überzeugt: "Ich werde alles Mögliche tun, um in den Gazastreifen zu kommen und mindestens eine Patrone auf Israel zu feuern", sagte einer der Männer. Er habe bereits in Tschetschenien in den 1990er Jahren gekämpft. Es wäre für ihn eine Ehre, an der Seite seiner muslimischen Brüder zu sterben, sagte er. Andere Männer erklärten, sie würden stattdessen an den in Afghanistan stationierten US-Soldaten Rache üben.

Iran verbeitet Selbstmordattentate

 Das geistliche Oberhaupt des Iran hat Freiwilligen in seinem Land verboten, nach Israel zu reisen und dort Selbstmordattentate zu verüben. Der Iran könne es potenziellen Attentätern nicht erlauben, auszureisen und militärisch gegen Israel vorzugehen, zitierte das staatliche Fernsehen Ayatollah Ali Khamenei am Donnerstag. Die Regierung werde die palästinensische Hamas-Organisation aber auf andere Art zu unterstützen versuchen. Einige Studentengruppen hatten die iranische Regierung aufgefordert, Freiwilligen Selbstmordattentate als Reaktion auf die israelischen Angriffe im Gazastreifen zu erlauben. (APA/AP)

 

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