Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber: Thoma bleibt Präsident

8. Jänner 2009, 13:03
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Neuer VAT-Geschäftsführer Thomas Faast kritisiert Budget 2009 der Telekom-Regulierungsbehörde RTR

Die Generalversammlung des Verbandes Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT) hat Hutchison-CEO DI Berthold Thoma als Präsident wiedergewählt. Mag. Alfred Pufitsch, Managing Director von Colt, wurde als VAT-Vizepräsident bestätigt. Neu als Vizepräsident ist DI Dietmar Pöltl, CTO von Tele2.

Reformen

Als zentrales Thema für das kommende Jahr nannte Thoma die notwendige Reform des Fachbereichs Telekom in der Rundfunk & Telekom Regulierungs GmbH (RTR). "Das Vertrauen der VAT-Mitgliedsunternehmen in die Arbeit der RTR ist zerstört. Sie agiert vielfach intransparent, ineffizient und ist dem fairen Wettbewerb offensichtlich nicht verpflichtet, wenn man die Auswirkungen ihrer Entscheidungen am Markt betrachtet", so Thoma. Die RTR sei als Behörde ins Leben gerufen, die faire Bedingungen für Wettbewerb am österreichischen Telekommunikationsmarkt schaffen solle - tatsächlich verfolge sie kein nachvollziehbares regulatorisches Konzept und sei dafür verantwortlich, dass der Ex-Monopolist im Festnetz wieder auf dem Weg zum Monopolisten sei.

"Die Umsätze in der Telekom-Branche sinken, aber das RTR-Budget steigt ..."

VAT-Geschäftsführer Thomas Faast, Nachfolger von Jan Engelberger, der als Geschäftsführer ins Umweltforum Starterbatterien wechselte, zeigte sich verblüfft über die jüngst verlautbarte Erhöhung des RTR-Budgets 2009 um über 430.000 Euro (plus rund 8 Prozent). "Die Umsätze in der Telekom-Branche sinken, aber das RTR-Budget steigt - das ist das falsche Signal an die am Markt tätigen Unternehmen, die die RTR mit fast 6 Mio. Euro pro Jahr finanzieren." Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen, unter denen die Unternehmen am Markt für ihren wirtschaftlichen Erfolg kämpfen, sei alles andere als eine deutliche Reduzierung der Aufwände nicht nachvollziehbar, eine Erhöhung widerspreche jedenfalls den Grundsätzen der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit.

Der VAT, ein Netzwerkpartner des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI), wurde 1997 gegründet und ist die Interessenvertretung der im Zuge der Telekom-Liberalisierung neu in den Markt eingetretenen Betreiber. Zu seinen Mitgliedern zählen Unternehmen aus dem Festnetz- und Mobilbereich. Die dem Verband angehörenden Unternehmen erzielen pro Jahr insgesamt rund 2,35 Mrd. Euro Umsatz. Von den neuen Betreibern wurden in den letzten Jahren rund 5,5 Mrd. Euro investiert. Die Mitglieder des VAT sind Colt, Hutchison, Orange, T-Mobile, Tele2 und Verizon.  (APA)

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