Schießübungen mit scharfer Munition

9. Jänner 2009, 12:59
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Trotz gerichtlichen Verbots ist die paramilitärische Truppe weiter aktiv und will nun Meisterschützen ausbilden

Budapest - Trotz gerichtlichen Verbots in erster Instanz ist die rechtsextreme Ungarische Garde weiter aktiv. Das "Györer Bataillon" der paramilitärischen Truppe führte erstmals Schießübungen mit scharfer Munition durch, berichtet die Tageszeitung "Nepszabadsag". Der sogenannte Kapitän der Einheit in der westungarischen Stadt Györ, David Karaffa, bezeichnete die Aktion als "Pflege von Heerestraditionen". Sie Gardisten hätten lediglich auf Tontauben geschossen, was jedem Bürger erlaubt sei.

Verstoß gegen das Vereinsrecht

Laut der Internetseite der Ungarischen Garde will die Einheit in Györ ihre Schießkünste in nächster Zukunft weiter verbessern und diese "auf Meisterebene erhöhen", zitiert das Blatt. Ein Aufruf der Garde spricht vom Schutz der Nation mit "unserem Leben und unserem Blut".

Das Budapester Stadtgericht hatte im Dezember über den Trägerverein der Ungarischen Garde ein Verbot verhängt.

"Keine juristische Form"

Der Chef der Ungarische Garde, zugleich Vorsitzender der nicht im Parlament vertretenen rechtsextremen Partei Jobbik (Für ein besseres Ungarn), Gabor Vona, meinte nach dem Gerichtsurteil, dass nur der Trägerverein der Ungarischen Garde verboten worden sei, nicht aber die Bewegung selbst. Sie habe "keine juristische Form" und könne so auch nicht aufgelöst werden, erklärte Vona. Die Ungarische Garde sei "unauflösbar" und werde ihre Tätigkeit mit dem Ziel "der Rettung der Nation und der Gesellschaft" fortsetzen. (APA)

 

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    Die rechtsextreme Organisation wurde im August 2007 gegründet.

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