Politikerin gibt Extremisten Schuld an Zwischenfällen

8. Jänner 2009, 12:04
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Feuerwehrmänner und Reporter wurden in Mitrovica angegriffen und zum Teil schwer verletzt - Trajkovic und TV-Sender sehen serbische Extremisten am Werk

Belgrad - Rada Trajkovic, kosovo-serbische Politikerin, hat die Verantwortung für einen Bombenanschlag, bei dem am Samstag sieben serbische Feuerwehrmänner in Mitrovica zum Teil schwer verletzt wurden, serbischen Extremisten zugeschrieben. "Es ist völlig klar, dass der Bombenanschlag auf die serbischen Feuerwehrmänner ein Werk jener serbischen Extremistengruppen ist, die gleichzeitig auch zwei Journalisten des lokalen serbischen TV-Senders Most angegriffen haben", sagte Trajkovic gegenüber der Tageszeitung "Politika".

Die Politikerin aus der serbischen Enklave Gracanica bei Prishtina präzisierte, dass sie diese Information von zahlreichen "sehr besorgten Serben" in der nordkosovarischen Stadt Mitrovica erhalten habe. Die Existenz albanischer Extremistengruppen sei nicht strittig, es gelte jedoch, auch über die Extremisten unter den Serben und die eigene Verantwortung offen zu reden, meinte sie.

Machtkampf unter den Serben

Die Behauptungen Trajkovics wurden unterdessen auch von einem Most-Redakteur, Zvonko Miladinovic, untermauert. Zwei Mitarbeiter des Senders wurden nach seinen Angaben von einer Gruppe ortsansässiger Serben angegriffen.

Der kosovarische Analyst Belul Beqaj hatte bereits vor einigen Tagen die jüngsten Ereignisse im Nordkosovo auf einen Machtkampf unter den Serben zurückgeführt. Die beiden bisher einflussreichsten serbischen Parteien dort, die ultra-nationalistische Serbische Radikale Partei (SRS) und die national-konservative Demokratische Partei Serbiens, würden sich seit der Aufnahme der Tätigkeit der EU-Rechtsstaatsmission EULEX im Kosovo Anfang Dezember bedroht fühlen. Sie fühlten, dass, was Belgrad anbelange, die Hauptrolle im Kosovo künftig die regierende Koalition unter Präsident Boris Tadic haben würde, meinte Beqaj.

Die Verantwortlichen für den Angriff auf die Feuerwehrmänner und die Journalisten wurden von der Polizei bisher nicht gefasst. (APA)

 

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