"Langer Gaskonflikt wäre ökonomischer Selbstmord für Russland"

8. Jänner 2009, 11:50
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Experte Vasily Astrov im Gespräch mit Hans Rauscher über die Hintergründe der Gaskrise

"Es handelt sich weitgehend um ein geostrategisches Spiel zwischen Russland und der Ukraine", meint Vasily Astrov vom Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche in Wien im Gespräch mit Hans Rauscher zum gegenwärtigen Gaskonflikt. Beide Seiten würden derzeit versuchen, den jeweiligen Gegner vor den Augen der Europäer in ein schlechtes Licht zu rücken. Russland wolle dadurch die Pipeline-Projekte North- oder Southstream fördern, die die Ukraine umgehen. Die Abhängigkeit der EU von Russlands Gas würde durch beide Projekte jedoch nicht verringert werden, sondern sogar steigen, so Astrov. Ein möglicher Ausweg wäre das Pipeline-Projekt "Nabucco", das Gas unter anderem aus dem Iran nach Europa bringen soll. Neben dem politischen Unsicherheitsfaktor Iran gibt es hier vor allem auch noch das Problem genügend Gas dafür zu finden. Astrov rechnet mit keinem langen Gaskonflikt zwischen der EU und Russland, denn "ökonomisch betrachtet, wäre es für Russland ein Selbstmord", wenn die Gaskrise länger andauern würde und die EU als größter und zahlungskräftigster Gaskunde ausbleiben würde.

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