Ärzte sollen in Friaul Illegale denunzieren

8. Jänner 2009, 11:14
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Ärztekammer: "Maßnahme wäre gegen moralische Vorschriften unseres Berufs"

Rom - Die Ärzte in Friaul-Julisch Venetien laufen Sturm gegen die Forderungen der in der Region regierenden Rechtspartei Lega Nord zur Bekämpfung der illegalen Einwanderung. Die Partei von Umberto Bossi will Ärzte in Friaul verpflichten, illegal Eingewanderte anzuzeigen, die sie behandeln. Auch Krankenhäuser sollen künftig Ausländer anzeigen, wenn diese keine Aufenthaltsgenehmigung vorweisen können, verlangt die Lega Nord.

Ärztekammer empört

"In Friaul erhalten illegale Einwanderer gratis jede Art ärztlicher Behandlung. Natürlich müssen dringende Behandlungen auch Illegalen garantiert werden. Nicht dringende Therapien müssen jedoch gestoppt werden, weil Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung ausgewiesen werden müssen", sagte ein Sprecher der Lega Nord nach Angaben der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera"

"Wir sind empört. Wir werden illegale Immigranten nicht denunzieren, weil dies den moralischen Vorschriften unseres Berufs widerspricht", reagierte die Ärztekammer in Friaul. Die Forderung der Lega Nord widerspreche dem universalen Prinzip des Rechts auf Gesundheit, das unter anderem in der italienischen Verfassung verankert sei. (APA)

 

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