Was kostet Premium Class?

7. Jänner 2009, 21:33
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Der Railjet hat drei Klassen: Economy-, First- und Premium Class - Was hat die Premium Class überhaupt zu bieten? Darüber schweigt sich das Kursbuch aus

Wien - "Nehmen Sie Platz in dem neuen Premiumprodukt, dem Railjet", heißt es in der "Beilage Fernverkehr" zum Kursbuch der ÖBB. Doch die Frage, was dies kostet, bleibt zumindest teilweise unbeantwortet.

Der Railjet hat drei Klassen: Economy-, First- und Premium Class. Da sich im Kursbuch der Hinweis findet, innerhalb Österreichs werde für die schnellen und komfortablen Verbindungen kein Zuschlag eingehoben, liegt die Vermutung nahe, dass für die Economy Class der Tarif für die übliche Zweite Klasse, für die First Class jener der Ersten Klasse gilt. Aber wie viel hat man für die Premium Class zu berappen? Was hat diese überhaupt zu bieten? Darüber schweigt sich das Kursbuch aus.

Durchchecken kann nur der Vollzahler

Kein Wort steht geschrieben, dass man bei manchen Bahnschaltern auch das Anschlussticket für den ÖBB- oder den Postbus lösen kann. Ermäßigungen gibt es allerdings nur in der Relation Bahn-Bus, umgekehrt kann nur der Vollzahler durchchecken, VorteilsCards oder Gruppentickets werden nicht anerkannt. Man muss zuerst ein Busticket lösen und dann beim Umsteigen eine Fahrkarte für die Bahn. Was bei den relativ kurzen Übergangszeiten zu Problemen führen kann, wie ein Beispiel zeigt.

Zum Umsteigen nur zwei Minuten Zeit

Der Bus von Illmitz nach Neusiedl am See kam kürzlich im Nachmittagsverkehr nicht schnell genug weiter, sodass zum Umsteigen nur zwei Minuten Zeit blieb. Der Fahrkartenschalter war von zwei ausländischen Fahrgästen blockiert, die mangels Sprachkenntnissen auf beiden Seiten etwas mühevoll Auskunft erheischten. Am Automaten drängten sich mehr als zwei Dutzend Kunden.

Fahrplan knapp bemessen

Die Bitte, den Zug ein paar Minuten länger anzuhalten, lehnte der Beamte mit der Bemerkung ab, der Fahrplan sei so knapp bemessen, dass die vorgespannte Taurus-Lok, die stärkste der ÖBB, schon Mühe habe, pünktlich in Wien anzukommen. Also warteten über zwanzig Fahrgäste, je nach Temperament fluchend oder resignierend, eine Stunde lang auf die nächste Verbindung.

Der nächste Zug hatte statt einer Taurus eine Museums-Diesellok der Reihe 2050 vorgespannt, die an die 50 Jahre auf dem Buckel hatte. Doch die 2050 (mit etwa 1400 kW gegen die über 6000 kW starke Taurus ein Schwächling) hielt den Fahrplan exakt ein, und hatte, dem Fahrgeräusch nach zu urteilen, auch keine Mühe damit. (Bernd Orfer, DER STANDARD Printausgabe 8.1.2009)

Wird in loser Folge fortgesetzt

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