Landesversorger halten an Preissenkungen fest

7. Jänner 2009, 15:14
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Außer in Kärnten und Salzburg verringern die Energieversorger zwischen Mitte Jänner und 1. April den Gaspreis um bis zu 10,5 Prozent

Wien - Trotz Gaskrise und Lieferstopps halten die heimischen Landesenergieversorger an den angekündigten Preissenkungen fest. "Der Gaspreis wird sinken, weil er an den Ölpreis gebunden ist und der in den letzten Monaten gesunken ist", erklärte OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer heute, Mittwoch, im Ö1-"Mittagsjournal" des ORF-Radio. Auch Engpässe müssten die Österreicher nicht befürchten: Die Versorgung für Haushalte und Gewerbe sei für die nächsten drei Monate gesichert, betonte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (VP).

Die Wien-Energie wird die angekündigte Preissenkung wie vorgesehen ab 1. Februar durchführen. Für einen durchschnittlichen Wiener Haushalt (mit einem Verbrauch von 10.700 Kilowattstunden pro Jahr, Anm.) soll sich dadurch der Gaspreis um 10,5 Prozent verringern - nach einer fast dreimal so kräftigen Erhöhung um 21 Prozent per 15. November.

Auch bei der Energie Steiermark wird die geplante Gaspreissenkung vollzogen. Mit 1. Februar wird der Gaspreis dort um 6 Prozent gesenkt. Für die Haushaltskunden, die rund 8 Prozent der gesamten in der Steiermark verbrauchten Gasmenge ausmachen, bestehe eine Liefergarantie für die kommenden Monate, sagte Urs Harnik-Lauris, Konzernsprecher des Landesenergieversorgers.

Die oberösterreichischen Gasversorger wollen ihre für Mitte Jänner geplante Preissenkung um 7 bis 8 Prozent trotz des russischen Lieferstopps durchziehen. Das bestätigten sowohl Erdgas Oberösterreich als auch Linz AG am Mittwoch.

EVN senkt ebenfalls Gaspreis

Ungeachtet der aktuellen Gaskrise wird auch der niederösterreichische Energieversorger EVN wie geplant den Gaspreis für seine 250.000 Haushaltskunden mit 15. Jänner um 10 Prozent verringern. Mit 15. März sei eine Senkung um weitere 8 Prozent vorgesehen, sagte EVN-Sprecher Stefan Zach. Auch die Versorgung sei gesichert. "Wir haben ausreichend große Mengen Erdgas eingespeichert", so Zach. Diese Mengen würden bei der derzeitigen Witterung für mehrere Monate reichen.

Der heimische Gasversorger Salzburg AG hat mehrfach vorgesorgt: So reichen die gespeicherten Gasmengen in unterirdischen Gasspeichern aus, die Ausfälle des "Russengases" für etwa 3 Monate auszugleichen. Bei den Gaspreisen werde es keine Änderungen geben, sagte Salzburg-AG-Pressesprecher Sigi Kämmerer am Mittwoch. Neben Salzburg werden die Kunden auch in Kärnten nicht entlastet. Im südlichen Bundesland wird der Gaspreis vorläufig gleichbleiben, eine Erhöhung ist laut Kelag-Vorstand Hermann Egger nicht geplant: "Aufgrund von Versorgungsschwierigkeiten gibt es keine Preisdiskussion", sagte Egger.

In Tirol ist die vorerst für 1. April geplante Senkung der Tarife nicht gefährdet, erklärte Tigas-Geschäftsführer Philipp Hiltpolt der APA. Vor Versorgungsengpässen brauche man sich im Land Tirol ebenfalls nicht zu fürchten. "Tirol wird über das deutsche Netz versorgt. Es gibt keine direkten Auswirkungen", sagte Hiltpold.

Auch für die Kunden der Vorarlberger Erdgas GmbH (VEG) hat der russische Gaslieferstopp vorerst keine Auswirkungen. Seitens des deutschen Hauptlieferanten der VEG, der E.ON Ruhrgas, gebe es bisher weder Liefereinschränkungen noch eine dementsprechende Ankündigung. "Das Gas kommt im normalen Umfang", erklärte VEG-Geschäftsführer Erwin Kopf am Mittwoch auf APA-Anfrage. Die VEG-Kunden müssten weder eine Versorgungsunsicherheit noch eine Preiserhöhung fürchten. Falls der Erdgasstreit zwischen Russland und der Ukraine noch mehrere Tage oder Wochen andauern sollte und so Engpässe provoziert würden, könnte die VEG mit einem Lieferstopp an Großkunden reagieren, mit denen entsprechende Verträge existierten.

Die Versorgung für burgenländische Erdgaskunden sei weiterhin sichergestellt, teilte die Begas heute, Mittwoch, mit. Das Unternehmen überlege vorerst weiterhin eine Preissenkung im Frühjahr. Ausmaß und Zeitpunkt seien aber noch offen und Gegenstand von Berechnungen, sagte eine Sprecherin. (APA)

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