Hitzewelle führt zu Giftspinnenschwemme

7. Jänner 2009, 14:42
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Heißer Sommer im Süden Australiens - die gefährliche Sydney-Trichterspinne ist derzeit besonders vermehrungsfreudig

Sydney - Während in Europa der Tiefwinter mit lange nicht mehr gemessenen Temperaturen Einzug hält, ist an den Antipoden das genaue Gegenteil der Fall: Australien erlebt derzeit eine Hitzewelle mit Temperaturen über 30 Grad im Raum Sydney. Und der feucht-heiße Sommer sorgt für eine gefährliche Zunahme giftiger Spinnen: Die Sydney-Trichterspinne (Atrax robustus), deren Biss binnen kurzer Zeit zum Tod führen kann, vermehrt sich in dem Klima besonders schnell, wie Joel Shakespeare vom Australischen Reptilien-Park bei Sydney am Mittwoch mitteilte. In der Gegend um Sydney würden derzeit besonders viele Trichterspinnen gesichtet, sagte er. Er habe in der vergangenen Woche 50 Exemplare bekommen, während es normalerweise etwa zehn pro Woche seien. "Wir haben dieses feuchte Wetter, das sie zur Fortpflanzung anregt."

Die dunklen Spinnen, die bis zu fünf Zentimeter lang werden können, kommen fast überall in Australien vor. Ihr Biss kann innerhalb von 76 Minuten zum Tod führen - allerdings nur, wenn die medizinische Behandlung ausbleibt: Seit der Einführung des Gegengifts 1982 starb in Australien niemand mehr durch den Biss einer Trichterspinne. - Dauerhitze kann die Zahl der Trichterspinnen übrigens auch verringern: "Sie sterben nach zehn Minuten in der Sonne", sagte Shakespeare.

Die australischen Krankenhäuser verzeichnen derzeit einen deutlichen Anstieg von Patienten mit Schlangen- und Spinnenbissen, wie die Zeitung "The Australian" unter Berufung auf einen Experten der Giftzentrale von New South Wales berichtete. Demnach sind die Opfer vor allem kleine Kinder sowie Männer mittleren Alters - bei letzteren sei oft Alkohol im Spiel, der zu mangelnder Vorsicht verleite. (APA/red)

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    Eine Atrax robustus wird "gemolken", um das benötigte Gegengift produzieren zu können.

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