Urlaubspläne trotz Krise fast unverändert

7. Jänner 2009, 13:55
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Vor allem Über-50-Jährige zeigen sich unbeeindruckt

Linz - Die Reiselust der Österreicher ist trotz Wirtschaftskrise ungetrübt. Das ist das Ergebnis einer Spectra-Umfrage, die der OÖ. Tourismus am Mittwoch in einer Pressekonferenz präsentiert hat. Nur 17 Prozent haben vor, ihr Urlaubsverhalten "wahrscheinlich" bzw. "sicher zu ändern".

Spectra hat Mitte Dezember telefonische Interviews mit 500 repräsentativ für die Bevölkerung ab 15 Jahren ausgewählten Personen durchgeführt. Dabei gaben 40 Prozent an, ihre Urlaubsreisen und Kurzurlaube nach wie vor durchzuführen. Nur zwölf Prozent werden wahrscheinlich und fünf Prozent sicher ihr Urlaubsverhalten ändern.

Die Mehrheit der Österreicher, die bisher schon längere Urlaubsreisen gemacht hat, wird auch weiterhin ihren Haupturlaub unverändert verbringen (68 Prozent). Insbesondere ältere Reisende ab 50 Jahren werden ihren Urlaub wie gewohnt antreten (75 Prozent). 15 Prozent werden ihren Haupturlaub nicht wie bisher im Ausland, sondern in Österreich verbringen. Lediglich 7 Prozent werden auf ihre Haupturlaubsreise verzichten und stattdessen Kurztrips (4 Prozent) oder gar keinen urlaub (3 Prozent) machen.

Momentaufnahme

"Marktforschungsergebnisse stellen immer eine Momentaufnahme in der Bevölkerung dar und sind keine Prognosemodelle", fasste Karl Pramendorfer, Vorstand des OÖ. Tourismus, zusammen. Für viele Menschen sei die Krise in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld noch nicht sonderlich spürbar. Das könnte sich allerdings durch steigende Arbeitslosenzahlen in den Herkunftsmärkten im nächsten Halbjahr ändern, so Pramendorfer. Auch Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl (V) meint: "In Zeiten von Wirtschafts- und Finanzkrise wird die Herausforderung für 2009 besonders groß."

Deshalb werde der OÖ. Tourismus die Branche mit einem Konjunkturpaket von 300.000 Euro gezielt unterstützen. Dabei solle besonders die Internationalisierung weiter vorangetrieben werden. Denn die aufstrebenden osteuropäischen Länder - insbesondere der dortige Mittelstand - ist von der Finanzkrise besonders betroffen. Das Wachstum dieser Gästegruppe könnte sich daher einbremsen.

Weiters sollen auch die Nahmärkte im Kurzreisen- und Tagesausflugsverkehr gestärkt werden. Am schwierigsten einzuschätzen ist der Geschäftstourismus. Wenn Firmen sparen, dann werde auch bei Geschäftsreisen, im Kongress- und vor allem in Incentivebereich gespart, so Pramendorfer. Das könnten insbesondere die Städte zu spüren bekommen. (APA)

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