Oberbank 2008 mit leichtem Betriebsgewinn-Plus

7. Jänner 2009, 12:41
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Gasselsberger sieht im Jubiläumsjahr "kleines Licht am Ende des Tunnels" - Eintritt als Vollbank in der Slowakei im ersten Quartal - EZB-Leitzins von etwa ein Prozent erwartet

Linz - Die Oberbank hat das Geschäftsjahr 2008 mit einem leichten Plus beim Betriebsgewinn auf rund 190 (2007: 182,3) Mio. Euro abgeschlossen. Generaldirektor Franz Gasselsberger sprach in einer Pressekonferenz am Mittwoch in Linz von einem "sehr guten überraschungsfreien Ergebnis", das unter schwierigen Rahmenbedingungen zustande gekommen sei. Für 2009, in dem das Institut sein 140-Jahr-Jubiläum feiert, sieht er "ein kleines Licht am Ende des Tunnels", eine genauere Prognose wagte der Oberbank-Chef aber nicht.

Man sei 2008 "auf beiden Seiten der Bilanz ordentlich gewachsen", erklärte Gasselsberger. Die Forderungen an Kunden stiegen nach vorläufigen Zahlen um 8 Prozent von 8,698 auf 9,4 Mrd. Euro. Die Primäreinlagen erhöhten sich um 13 Prozent von 8,840 auf 10 Mrd. Euro - und damit "so stark wie noch nie" (Gasselsberger). Besonders das Leasing habe zum Wachstum beigetragen, die Forderungen in diesem Bereich seien um 31 Prozent auf 1,285 Mrd. Euro gestiegen. Die Bilanzsumme wuchs um 6 Prozent von 14,33 auf 15,2 Mrd. Euro. Die jahrelange Strategie eines konservativen vorsichtigen Geschäftsmodells, fokussiert auf das klassische Bankgeschäft, habe sich bewährt, so der Generaldirektor.

Er bezeichnete die Oberbank als "kerngesund": Sie verfüge über knapp 1,3 Mrd. Euro Eigenmittel und damit um 400 Mio. Euro mehr als gesetzlich vorgeschrieben. Die Kernkapitalquote stieg 2008 auf rund 8 Prozent. Die "oft zitierten" 9 Prozent seien zwar beim Geschäftsmodell des Instituts nicht notwendig, man werde sie aber problemlos erreichen. Eine Frist habe er sich dafür nicht gesetzt, so Gasselsberger, aber: "Wir arbeiten systematisch an der Stärkung des Eigenkapitals."

Neue Filialen

2008 hat die Oberbank 8 neue Filialen in Bayern, Tschechien, Ungarn und Wien eröffnet und damit zu Jahresende bei insgesamt 134 Niederlassungen gehalten. Man sei in keiner Region unter den "First Movern", komme aber auch nie zu spät, so Gasselsberger. Besonders im Osten sei der vorsichtige Markteintritt "goldrichtig" gewesen. Ende dieses Quartals werde der Eintritt als Vollbank in der Slowakei vollzogen, in Summe seien bis zu 10 neue Filialen geplant. Auch in Ungarn halte man trotz der Finanzkrise an den Expansionsplänen fest. Gasselsberger: "Wir punkten enorm mit der österreichischen Einlagensicherung."

Bereits ein Viertel der insgesamt 2.030 Mitarbeiter - der Personalstand erhöhte sich 2008 um rund 80 Personen - werde im Ausland beschäftigt. Im vergangenen Jahr habe die Oberbank 25.000 neue Kunden gewonnen und lag in Summe bei etwa 37.000 im Firmen- und 290.000 im Privatbereich. Da das Konsumentenvertrauen nach wie vor sehr hoch sei, geht Gasselsberger mit Zuversicht ins neue Jahr. Zudem seien die Energiekosten zurückgegangen, die Inflation rückläufig, das Zinsniveau deutlich gesunken und der Dollarkurs attraktiver. Der Oberbank-Chef erwartet einen EZB-Leitzins von etwa 1 Prozent. Die Aktienmärkte bräuchten seiner Meinung nach "eine längere Phase der Bodenbildung".

Von angeblichen Zwängen zur Umwandlung von Fremdwährungskrediten fühlt sich Gasselsberger laut eigener Aussage nicht betroffen. Man habe immer "ausdrücklich auf Kundenwunsch gehandelt." Er sei zuversichtlich, dass sich die Angelegenheit klären werde. Wie berichtet hat der Verein für Konsumenteninformation das Institut im Auftrag des Ministeriums abgemahnt. (APA)

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