Karamanlis tauscht Minister

7. Jänner 2009, 15:50
10 Postings

Finanzminister muss gehen, Innenminister darf trotz massiver Kritik Posten behalten - Er hatte aber seinen Rücktritt angeboten

Athen - Nach den schweren Krawallen und Unruhen in Griechenland hat der konservative Ministerpräsident Kostas Karamanlis am Mittwoch sein Kabinett umgebildet. An die Stelle von Finanz- und Wirtschaftsminister Georgios Alogoskoufis tritt dessen bisheriger Stellvertreter Yiannis Papathanasiou. Jedoch hielt der Regierungschef trotz massiver Kritik an Innenminister Prokopis Pavlopoulos fest, der nach den Unruhen seinen Rücktritt angeboten hatte. Außenministerin Dora Bakoyannis und Verteidigungsminister Evangelos Meimarakis behalten ihre jeweiligen Ressorts.

Auslöser der gewaltsamen Proteste war der Tod eines 15-Jährigen, der von einem Polizisten erschossen wurde. Die vor 16 Monaten nach dem Wahlsieg der konservativen Partei "Neue Demokratie" (ND) eingesetzte Regierung hat im Parlament nur eine Mehrheit von einem Sitz und ist in den Umfragen inzwischen deutlich unter Druck geraten. Die Konservativen sind in der Gunst der Wähler deutlich abgerutscht und liegen derzeit sieben bis acht Punkte hinter den oppositionellen Sozialisten unter PASOK-Chef Georgios Papandreou.

Mit dem Wechsel im Finanzressort wolle Karamanlis signalisieren, seine Regierung werde einen sozial sensibleren Kurs einschlagen, kommentierte die griechische Presse die Kabinettsumbildung. Dem neuen Finanzminister werden gute Kontakte sowohl zu den Arbeitgeberverbänden als auch zu den Gewerkschaften nachgesagt.

Karamanlis setzte zudem seinen Vetter Michalis Liapis als Kulturminister ab. Über ihn machten seit Monaten Gerüchte die Runde, er hätte sich teure Reisen ins Ausland von einer ausländischen Firma finanzieren lassen. Der Premier hatte in den letzten Jahren immer wieder versprochen, die Korruption zu bekämpfen. (APA/AP/AFP/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Yiannis Papathanasiou ist neuer Finanz- und Wirtschaftsminister.

Share if you care.