Kuba will privaten Hausbau erlauben

7. Jänner 2009, 16:15
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Die Regierung des Inselstaats will den Bürgern künftig konkrete Anweisungen über die erlaubte Größe von Häusern geben

Santiago de Cuba - Revolution in der Revolution: Die kubanische Regierung will den Bürgern des Inselstaates künftig den privaten Hausbau erlauben. Auf diese Weise könnten binnen kurzer Zeit Hunderttausende Wohnungen entstehen, sagte Präsident Raul Castro am Sonntag (Ortszeit). Die Neuregelung reiht sich in Liberalisierungsmaßnahmen ein, die der im Februar 2007 zum Nachfolger seines Bruders Fidel gewählte Staatschef getroffen hat.

Konkrete Größenvorgaben

Die Kubaner sollten konkrete Anweisungen über die erlaubte Größe ihrer Wohnhäuser erhalten, sagte der 77-jährige Raul Castro im Fernsehen. Sie sollten dazu künftig privates Geld einsetzen. Castro äußerte sich im Anschluss an einen Rundgang durch das neue Viertel La Risuena in der südöstlichen Stadt Santiago de Cuba, wo mit Hilfe Venezuelas eine neue Siedlung von kleinen Häusern aus Erdölderivaten entsteht.

Der Wohnungsbau war in Kuba in den Jahren nach der Revolution vom Jänner 1959 vor allem Regierungssache. Die Nachfrage übersteigt jedoch bei weitem das Angebot, in dem Inselstaat herrscht akute Wohnungsnot. Derzeit schafft Kuba nur die Hälfte seines selbstgesteckten Ziels von 100.000 neuen Wohnungen pro Jahr. Die Wohnungskrise wurde durch drei Hurrikane im vergangenen Jahr verschärft, die rund eine halbe Million Wohnungen zerstörten und Schäden in der Höhe von umgerechnet mehr als sieben Milliarden Euro anrichteten. Raul Castro zufolge wird es zwischen drei und sechs Jahren dauern, bis sich Kuba von der Katastrophe erholt.

Reformen

Castro hatte nach seiner Wahl zum Staatspräsidenten als Nachfolger seines fünf Jahre älteren Bruders Reformen angekündigt, die das Land aus der Mangelwirtschaft führen sollen. Als ersten Schritt schaffte er im Frühjahr Verkaufsverbote für Computer, Fernseher und andere Elektrogeräte ab. Auch Mobiltelefone sind für normale Kubaner jetzt zugänglich - vorausgesetzt, sie können sie sich leisten. Die kubanische Regierung kündigte überdies die Abschaffung des Einheitslohns an: Löhne nach Leistung sollen die Produktivität erhöhen.  (APA)

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    Der Wohnungsbau war in Kuba in den Jahren nach der Revolution vom Jänner 1959 vor allem Regierungssache.

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