Ringen um Qimonda-Rettung in entscheidender Phase

6. Jänner 2009, 17:03
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Vertragsverhandlungen über 150-Millionen-Kredit des Landes Sachsen begonnen

Die Bemühungen um die Rettung des angeschlagenen deutschen Speicherchipherstellers Qimonda gehen in die entscheidende Runde. Mit dem Unternehmen und dem Mutterkonzern Infineon würden in den nächsten Tagen konkrete Verhandlungen über das gesamte Hilfspaket geführt, teilten Sachsens Finanzminister Georg Unland (parteilos) und Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Dresden mit. Die bereits vorbesprochenen Dinge müssten nun vertraglich fixiert werden.

Kredit

Beide Minister erklärten, Ziel sei eine kurzfristige Verständigung. Die Verträge seien zum Teil bereits vorbereitet. Sachsen stehe zu seiner Zusage, sich mit einem Kredit von 150 Millionen Euro an dem 325 Millionen-Hilfspaket zu beteiligen. Ziel sei es, Qimonda langfristig zu sichern. Die Unternehmen müssten ihrerseits dafür sorgen, dass die anderen Finanzierungsbausteine gesichert seien. Als eine weitere Bedingung wurden erneut bereits geplante Investitionen am Standort Dresden genannt.

Kurz vor Weihnachten hatte Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) ein modifiziertes Hilfspaket für den von Insolvenz bedrohten Halbleiterhersteller präsentiert. Danach sollen 100 Millionen Euro aus Portugal kommen, wo Qimonda ebenfalls ein Werk betreibt, weitere 75 Millionen Euro vom Mutterkonzern Infineon. Ursprünglich hatte die CDU-SPD-Regierung in Dresden vom Münchner Konzern als Rettungsbeitrag 150 Millionen Euro eingefordert. Infineon wies dies als nicht finanzierbar zurück.

Kündigungen

Qimonda beschäftigt in Dresden rund 3.000 Mitarbeiter, davon sollen rund 1.000 Stellen bis Frühjahr gestrichen werden. Der Chiphersteller ist durch Überproduktion und massiven Preisverfall in die finanzielle Schieflage geraten. Hintergrund der sächsischen Rettungsbemühungen ist die Sorge vor gravierenden Folgen für den Mikroelektronik-Standort Dresden. In Dresden und Umgebung gibt es rund 1.200 Firmen mit etwa 40.000 Beschäftigten. (APA/AP)

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