Möglicherweise Studien­objekte von Arzt

7. Jänner 2009, 16:05
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Mitarbeiter einer Entrümpelungsfirma fanden zwei Schädel und weitere Knochen - Verstorbene Vormieterin war mit Studienrat verheiratet und hatte HNO-Arzt unter ihren Angehörigen

Wien - Bei den Knochenresten, die am Dienstag im Keller eines Wohnhauses in der Apollogasse 9 in Wien-Neubau von einer Entrüpelungsfirma gefunden wurden, handelt es sich nach dem derzeitigen Erkenntnisstand wahrscheinlich um Studienobjekte. "Wir schließen Fremdverschulden vorläufig aus", berichtete der Leiter der Kriminalaußenstelle Mitte, Oberstleutnant Thomas Stecher, am Mittwoch.

Die zwei Schädelfragmente, der Unterschenkel- und die beiden Oberschenkelknochen, die unter einem Kohlehaufen entdeckt wurden, haben 30, möglicherweise auch schon 50 Jahre dort gelegen, erklärte Stecher. Da die 2002 verstorbene Vormieterin der Wohnung, der der Keller gehörte, einen HNO-Arzt unter den Angehörigen hatte, und mit einem Studienrat verheiratet war, liege die Vermutung nahe, dass die Knochen einst zu Studienzwecken verwendet worden seien. "Alle diese Personen sind allerdings bereits tot", so Stecher.

Die Ermittler wollen nun einen weiteren Experten befragen, um herauszufinden, wie alt das Zeitungspapier ist, in welche die Knochen eingewickelt waren. Das Papier ist stark verrottet, die Teile seien nur noch fingernagelgroß, so Stecher. Auf den ersten Blick sei nicht feststellbar, aus welchem Jahr die Zeitschrift - möglicherweise ein Exemplar der Gewerkschaftszeitung "Solidarität" - stammt.

Im Anschluss daran will  man dem Gericht eine Sachverhaltsdarstellung übermitteln. Dieses soll dann über weitere Ermittlungsschritte entscheiden, etwa, ob die Knochen gerichtsmedizinisch untersucht werden. (APA)

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