Papst ruft zum Frieden im Nahen Osten auf

6. Jänner 2009, 15:32
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Besorgnis über die "brutalen Zusammenstöße" nach der israelischen Offensive

Rom - Papst Benedikt XVI. hat anlässlich des Festes der Heiligen Drei Könige erneut seine Besorgnis über die "brutalen Zusammenstöße" nach der israelischen Offensive im palästinensischen Gaza-Streifen Ausdruck verliehen. "Gott möge den Einsatz der Vermittler für den Frieden unterstützen", sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Dienstag nach dem traditionellen Angelus-Gebet auf dem Petersplatz in Rom. Der Papst hatte in den vergangenen Tagen mehrfach zum Ende des Blutvergießens aufgerufen.

Mörderischer Fundamentalismus

Der Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden ("Iustitia et Pax"), Kardinal Renato Raffaele Martino, hatte mit Blickrichtung auf die Eskalation im Nahen Osten betont, der Dialog sei "der einzige Weg, um den Frieden in jenes Land zurückzubringen, das die drei abrahamitischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) 'Heiliges Land' nennen". Waffengewalt erzeuge nur Gegengewalt. Im Gaza-Streifen werde seit Jahrzehnten die Würde des Menschen mit Füßen getreten: "Hass und mörderischer Fundamentalismus finden hier Nahrung".

Der katholische Pfarrer von Gaza, Monsignore Manuel Musallam, hatte das israelische Vorgehen verurteilt. Der Pfarrer der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Kairo, Joachim Schrödel, hat angesichts der Ereignisse dringend vor einer Reise des Papstes in das Heilige Land gewarnt.

Möglicher Papstbesuch

Israelische Medien und zuletzt auch der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, hatten von einem möglichen Papstbesuch im Mai 2009 gesprochen. Der Apostolische Nuntius in Israel, Erzbischof Antonio Franco, hatte dagegen betont, ein Besuch des Kirchenoberhauptes im Heiligen Land sei erst dann möglich, wenn es große Fortschritte im Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern geben würde. Auch müsse sich die Situation der Christen in Israel deutlich verbessern. (APA/red)

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