SOS vor Kap Hoorn

6. Jänner 2009, 21:14
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Französischer Vendee-Globe-Teilnehmer Le Cam erlitt Schiffbruch, konnte sich Stunden später jedoch auf das Boot eines Konkurrenten retten

Wien - Der französische Einhand-Segler Jean Le Cam hat in der Nacht zum Dienstag 200 Seemeilen südlich von Kap Hoorn Schiffbruch erlitten. Nach einem SOS-Signal gab es kein direktes Lebenszeichen vom Teilnehmer der Regatta Vendee Globe. Trotzdem gingen Helfer davon aus, dass Le Cam im Inneren seiner Kiel-oben schwimmenden Yacht in einer Luftblase auf Rettung wartet.

Zu recht, wie sich später herausstellte: Noch am Abend kam die Meldung von der Rettung Le Cams. Er schaffte es am Ende doch noch, sich aus seinem Boot zu befreien und beim neuen Gesamtdritten Vincent Riou an Bord zu gehen. Durch den Ausfall von Le Cam sind nur noch 13 der ursprünglich 30 gestarteten Teilnehmer im Rennen, der Wiener Norbert Sedlacek war Zwölfter.

An Bord von Le Cams gekenterter "VM Materiaux" wurde sieben Stunden nach dem ersten SOS ein zweites Notsignal aktiviert, das nur manuell ausgelöst werden kann. Dieses zweite Notsignal empfing die Rennleitung wie eine Antwort Le Cams kurz nach Sendung eines akustischen Signals durch einen Frachter, der die Unglücksstelle inzwischen erreicht hat.

Riou erreichte mit seiner "PRB" als Erster die Unglücksstelle und sorgte mit seiner Meldung von Jean Le Cams Lebenszeichen für Erleichterung.Inzwischen ist ein chilenischer Marineschlepper aus Puerto Christo mit Kurs auf die im Südpazifik havarierte Jacht ausgelaufen.

"Wenn sich ein Segler auf einem durchgekenterten Schiff in eine Luftblase retten kann, hat er auf diesen Booten vom Typ Open 60 die Möglichkeit, den Heckausstieg zu nutzen", erklärte der deutsche Weltumsegler Tim Kröger. Auf jeder Seite im Heck sei eine wasserdichte Luke, die von innen und außen zu öffnen sei. Das aber werde Le Cam erst tun, wenn er sicher sein kann, dass Hilfe in unmittelbarer Nähe ist. (APA/dpa)

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    Jean le Cam vor dem Start der Vendee Globe im französischen Hafenort les Sables d'Olonne.

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    Sein Boot und vermutlich auch der Skipper wurden das letzte Mal bei Kap Hoorn gesichtet.

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