Gesundheitsminister "kein Freund von gesetzlicher Regelung"

5. Jänner 2009, 18:01
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ÖVP-Lopatka fordert österreichweit einheitliche Lösung - Nachfrage nach Skihelmen stark gestiegen

SPÖ-Gesundheitsminister Alois Stöger sei "kein Freund einer gesetzlichen Regelung", ließ er gegenüber dem ORF im oe1-Abendjournal am Montag verlautbaren. Der SPÖ-Abgeordnete und Präsident der Bundessportorganisation Peter Wittmann hingegen sehr wohl - er sprach sich für eine Ski-Helmpflicht für alle und Geldstrafen bei Nichteinhaltung aus: "Das ist unerlässlich, je mehr Leute auf den Pisten unterwegs sind und je besser die Skiausrüstung wird. Man kann schneller fahren und hat mehr Verkehr, daher muss man auch bei den Sicherheitsmaßnahmen nachziehen." Kontrollen wären beim Lifteinstieg möglich. Bei Verstößen müsse es "Pönale wie beim Gurttragen" geben. Die SPÖ, kündigt Wittmann an, werde dazu im Parlament eine Initiative starten.

ÖVP-Staatssekretär Reinhold Lopatka drängt auf eine österreichweit einheitliche Lösung und auf eine "ernsthafte" Prüfung einer Helmpflicht für Kinder. Lopatka verwies im oe1-Abendjournal auf das Beispiel Arlberg, wo dann mitunter auf der einen Seite Helmpflicht gelten würde und auf der anderen nicht. Lopatka will die Helmpflicht aber auch beim Radfahren einführen: "Kinder sind genauso im Sommer gefährdet, wenn sie beim Mountain-Biken im Gelände unterwegs sind." Nach Ansicht Lopatkas müsste das vom Gesundheitsministerium ernsthaft geprüft werden.

Das Land Vorarlberg prüft, ob eine Helmpflicht für Skifahrer per Landesgesetz möglich ist. Der zuständige Sport-Landesrat Siegmund Stemer (ÖVP) appelliere dabei aber auch an die Eigenverantwortung, so das oe1-Abendjournal. Stemers Kärntner Amtskollege Peter Kaiser (SPÖ) meint zur Helmpflicht, die Älteren sollten von den Jüngeren lernen. Man sollte noch einige Zeit mit Informationen und Hinweisen auf freiwillige Helmbenützung hinzuarbeiten. Wenn das nichts nütze, dann werde auch über eine Helmtragepflicht zu sprechen sein, so Kaiser im oe1-Abendjournal. Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler (BZÖ) will eine solche Helmpflicht für Kinder und Jugendliche rasch umsetzen. Ein entsprechendes Landesgesetz werde jetzt geprüft.

Große Nachfrage nach Skihelmen

Die Nachfrage nach Skihelmen im Handel ist seit Neujahr rapide gestiegen. Sporthäuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz bestellten beim europäischen Marktführer Uvex und seiner Tochter Alpina bis Montag rund 20.000 Skihelme nach - "fünf Mal so viel wie vor einem Jahr", wie Geschäftsführer Werner Grau in Fürth sagte. Vor allem Helme für Erwachsene würden im Augenblick extrem nachgefragt. Auslöser sei offensichtlich der Unfall des Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus gewesen.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz verkauften alle Hersteller insgesamt rund 900.000 Skihelme pro Saison. In diesem Winter dürften es rund eine Million werden, sagte Grau. Zwei Drittel der Kinder und ein Drittel der Erwachsenen fahren inzwischen mit Helm. Obwohl das Skifahren schneller geworden sei, sei die Zahl der Kopfverletzungen bei Kindern deutlich gesunken.

Radfahrer und Snowboarder mit Helm sowie die Helmpflicht für Kinder in vielen Skischulen hätten den Skihelm in den vergangenen drei Jahren populär gemacht, erklärte Peter Rudolph, Vertriebsdirektor des großen sächsischen Helmherstellers Casco. "Die Nachfrage ist sehr hoch, mit steigender Tendenz", sagte Rudolph. Im Gegensatz zu alten Modellen seien moderne Helme leicht, warm und gut belüftet. (red/APA/AP)

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    ÖVP-Staatssekretär Reinhold Lopatka drängt auf eine "ernsthafte" Prüfung einer Helmpflicht für Kinder.

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