Mysteriöse Steinkreise auf dem Mars

6. Jänner 2009, 19:41
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Konzentrisch angeordnete Brocken weisen auf flüssiges Wasser in jüngerer Vergangenheit hin - Klimageschichte könnte umgeschrieben werden

Britische Wissenschafter haben kürzlich mysteriöse Steinkreise und -Polygone auf dem Mars entdeckt. Die regelmäßig angeordneten Gesteinsbrocken könnten vor allem eines bedeuten: Dass die bisherigen Theorien zur Klimageschichte des Roten Planeten neu überdacht werden müssen.

Matt Balme und seine Kollegen von der Open University in Milton Keynes, Großbritannien, waren dabei, die Region Elysium Planitia nahe dem Äquator mit Hilfe von Aufnahmen des Mars Reconnaissance Orbiter der NASA zu kartographieren, als ihnen die seltsamen Steinkreise das erste Mal auffielen. Die Strukturen weisen einen Durchmesser von bis zu 23 Meter auf und bestehen aus Gesteinsbrocken, die - sortiert nach ihrer Größe - in konzentrischen Bändern angeordnet sind.

Auf der Erde sind vergleichbare Strukturen bereits seit längerem bekannt. Sie entstehen, wenn Eis wiederholt schmilzt und wieder gefriert. Dabei ordnen sich Steine der Größe nach in mehreren Schichten. Wasser, das sich im Erdboden unter Steinen befindet, gefriert schneller als jenes im umliegenden Untergrund; das sich ausdehnende Eis schiebt die Steine nach oben. Größere Steine wandern bei diesem Vorgang schneller nach oben, dadurch trennen sich nach und nach größere von kleineren Brocken.

40 bis 60 Grad wärmer

Welche Kraft das Material auf dem Mars in konzentrischen Kreisen anordnet, ist den Wissenschaftern noch ein Rätsel. Sollte aber der selbe Mechanismus wie auf der Erde dafür verantwortlich sein, dann könnte es vor nicht allzulanger Zeit Wasser in flüssiger Form auf dem Mars gegeben haben. Dies würde bedeuten, dass das Klima auf unserem Nachbarplaneten einst zwischen 40 und 60 Grad Celsius wärmer war, als Wissenschafter bisher angenommen hatten.

Auch Peter Grindrod vom University College in London meint, dass man hier einem entscheidenden Hinweis auf der Spur ist: "Diese Kreise sind sicher ein interessanter Ort, um nach Beweisen für frühere Wasservorkommen auf dem Mars Ausschau zu halten." (red)

  • Ein Netzwerk aus der Größe nach sortierten Steinen, angeordnet in Kreisen und Polygonen, entlang eines Kanals in der Elysium-Planitia-Region. Forscher schließen daraus, dass es hier erst vor verhältnismäßig kurzer Zeit flüssiges Wasser gegeben haben könnte.
    foto: nasa / jpl / university of arizona

    Ein Netzwerk aus der Größe nach sortierten Steinen, angeordnet in Kreisen und Polygonen, entlang eines Kanals in der Elysium-Planitia-Region. Forscher schließen daraus, dass es hier erst vor verhältnismäßig kurzer Zeit flüssiges Wasser gegeben haben könnte.

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