"Gesamtsieg wäre geniale Sache"

5. Jänner 2009, 14:48
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Überflieger Loitzl vor Tournee-Finale in Bischofshofen zuversichtlich - Schlierenzauer verzichtete auf Training und Qualifikation

Bischofshofen - Wolfgang Loitzl geht mit einem komfortablen Vorsprung auf den Schweizer Simon Ammann in den abschließenden Tournee-Bewerb am Dienstag (16.30 Uhr) in Bischofshofen. "Der Vorteil ist auf meiner Seite, ich werde versuchen ihn auszuspielen. Ich bin auch in Innsbruck gut mit der Ausgangsposition als Führender zurechtgekommen und werde weiter auf Angriff setzen", betonte Loitzl, der 15,8 Punkte Guthaben hat. Gregor Schlierenzauer, der Dritter der Gesamtwertung ist, ließ am Montag Training und Qualifikation aus.

"Knopf aufgegangen"

"Klar ist, dass wir in einer sehr guten Ausgangsposition sind und nicht zu vergessen - wir springen auf einer Heimschanze", sagte ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner, der noch einmal die starke Vorstellung von Loitzl am Bergisel hervorhob. "In Garmisch ist ihm der Knopf aufgegangen, in Innsbruck war er dann noch ruhiger und souveräner." Nun gelte es ruhig weiterzuarbeiten, um den ersten österreichischen Tournee-Sieg seit Andreas Widhölzl im Jahr 2000 sicherzustellen.

"Der Gesamtsieg wäre eine geniale Sache und die Krönung für die Leistungen in letzter Zeit", erklärte der 28-jährige Loitzl, der vor Beginn der Tournee noch keinen Weltcup-Sieg auf seinem Konto hatte. "Ich strotze derzeit nur so vor Kraft und will jeden Sprung auskosten. Das Paket Material, Selbstvertrauen und die Sprünge stimmen einfach. Ich bin mit den Erfolgen noch stärker geworden", so der Bad Mitterndorfer. Die genauen Gründe für seinen Aufstieg wolle er gar nicht suchen. "So ist Skispringen, zuerst plagt man sich, dann geht es einfach spielerisch. Ich will das eigentlich gar nicht genau analysieren."

Loitzl hatte seinen Vorsprung auf den fünffachen Saisonsieger Ammann in Innsbruck kräftig ausgebaut, der Oberstdorf-Sieger war am Bergisel lediglich Achter geworden und musste sein schlechtestes Saisonresultat hinnehmen. "Das war sicher kein Absturz, aber ein kleiner Fehler macht sich sofort bemerkbar", meinte Pointner zur Leistung des Schweizers am Bergisel.

Schlierenzauer setzt "alles auf eine Karte"

"Ich kenne die Schanze sehr gut und ich weiß, dass ich hier schon perfekte Sprünge gezeigt habe", erklärte Schlierenzauer, der auch schon vor seinem Bischofshofen-Sieg vor zwei Jahren auf Training und Qualifikation verzichtet hatte. Der 18-jährige Tiroler hat sich auch in der Gesamtwertung noch nicht abgeschrieben. "Die Chance ist noch da, ich werde alles auf eine Karte setzen", so der Skiflugweltmeister, dessen Rückstand auf Loitzl mit 24,5 Punkten jedoch wohl schon zu groß sein dürfte. Im Vorjahr kam Schlierenzauer als Spitzenreiter nach Bischofshofen, der Finne Janne Ahonen sicherte sich mit zwei Siegen dann aber noch den Tournee-Sieg.

Weltcup-Titelverteidiger Thomas Morgenstern will in Bischofshofen wie im Vorjahr (Zweiter, Dritter) wieder auf Podest. "Ich komme den zwei Konsorten neben mir und Ammann immer näher", betonte der Doppel-Olympiasieger, der seinen Nummer-1-Status im Team abgeben musste. "Ich habe wieder mehr Selbstvertrauen und versuche es nicht mehr nur mit der Brechstange", sagte der Tournee-Zweite von 2007/08, der in diesem Winter noch auf seinen ersten Stockerlplatz wartet und weiterhin vor allem die WM im Fokus hat.  (APA)

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    Wolfgang Loitzl verließ Innsbruck wie auch schon Garmisch als Tournee-Führender. Die Entscheidung fällt einmal mehr in Bischofshofen.

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