Ungarn im Sog der Krise

5. Jänner 2009, 14:24
6 Postings

Ein Drittel mehr insolvente Firmen allein im vierten Quartal, allerdings auch Rekord bei Firmengründungen

Budapest - Ungarn hat 2008 einen Negativrekord bei Insolvenzen aufgestellt. Wegen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise schlitterten allein im letzten Quartal des Vorjahres 3.400 Unternehmen in die Insolvenz, um 32 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2007. Im Gesamtjahr nahmen die Firmenpleiten um 17 Prozent auf den Rekordwert von 11.504 zu, berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI am Montag unter Berufung auf den Firmen-Auskunftsdienst Opten.

Die Negativtendenz werde sich 2009 weiter fortsetzen, da der "Dominoeffekt" wegen der Rezession und der Liquiditätsprobleme von Klein- und Mittelunternehmen noch nicht eingesetzt hätte, betonte Opten-Strategiedirektorin Hajnalka Csorbai.

Ebenfalls einen Negativrekord gab es bei den Liquidationen: Von den 9.715 Unternehmensauflösungen entfielen 2.624 oder rund 27 Prozent auf das 4. Quartal 2008. Csorbai sieht darin auch eine "gesunde Marktbereinigung".

Mehr Gründungen

Allerdings gab es 2008 auch einen Rekord bei den Firmengründungen. 48.500 neue Unternehmen wurden eingetragen, 10.000 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2004. Es gebe aber Branchen, in denen die Gründung neuer Unternehmen nicht immer als ein "Zeichen des Wirtschaftswachstums" zu sehen sei. Für die Baubranche sei es etwa charakteristisch, dass solche Firmen häufig offene Rechnung hinterließen, um Vermögen und Aufträge in andere Firmen zu retten. Dagegen würde zu wenig unternommen, kritisierte Csorbai. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Trübe Stimmung am Balaton: Im Jahr 2008 stiegen die Firmenpleiten in Ungarn um 17 Prozent.

Share if you care.