Althaus kann sich an Unfall nicht erinnern

6. Jänner 2009, 12:46
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Genesung des thüringischen Ministerpräsidenten macht aber Fortschritte - Zeuge aufgetaucht

Wien - Der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus kann sich nach seinem schweren Skiunfall immer noch nicht an die Geschehnisse erinnern. Der 50-Jährige befinde sich aber weiter auf dem Weg der Besserung, teilten die Ärzte am Montag mit. Indessen wurde bekannt, dass es doch einen Zeugen für den Unfall gibt, der bereits von den Ermittlern einvernommen worden ist. Althaus war am Neujahrstag mit einer gebürtigen Slowakin auf der Skipiste zusammengestoßen. Die 41-Jährige kam dabei ums Leben.

Der CDU-Politiker wurde am Montag weiterhin auf der Intensivstation des Krankenhauses Schwarzach betreut, seine Frau Katharina und beiden Töchter wachten nahezu rund um die Uhr an seinem Krankenbett. "Er ist ansprechbar, hat keine Schmerzen, aber ist noch nicht zu 100 Prozent räumlich und zeitlich orientiert", sagte der ärztliche Direktor Reinhard Lenzhofer.

An den Unfall könne er sich weiterhin nicht erinnern, sagte der Mediziner. "Wir gehen vorsichtig heran. Eine Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft ist erst dann möglich, wenn er zeitlich und örtlich voll orientiert ist. Das ist derzeit noch nicht der Fall."

Ermittlungen wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung

Bei der Staatsanwaltschaft Leoben rechnet man damit, dass die routinemäßigen Ermittlungen wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung vier bis sechs Wochen dauern werden. Die Blutproben der Unfallbeteiligten sollen chemisch-toxikologisch untersucht werden, weiters werden auch deren Bekleidung und die Ausrüstungsgegenstände auf Spuren überprüft. Zu Details gab es am Montag keine Auskünfte, auch nicht darüber, was der Zeuge beobachtet hatte. Auch zu Spekulationen in Medien, wonach Althaus in die Piste eingefahren sein soll, auf der ihm die Frau entgegenkam, nahm die Staatsanwaltschaft nicht Stellung.

Bekanntgegeben wurde am Montag unterdessen das Obduktionsergebnis der 41-Jährigen: Sie hat laut Staatsanwaltschaft bei der Kollision mehrfache tödliche Schädelverletzungen erlitten. Zu ihren familiären Verhältnissen gab es am Montag eine Richtigstellung. Die Getötete hatte ein Kind, ihr Mann brachte drei weitere aus erster Ehe in die Beziehung ein, teilte ein Grazer Anwalt, der die Mutter der drei Kinder vertritt, den Medien mit. Ursprünglich war kolportiert worden, dass die Frau vierfache Mutter gewesen sei.

Althaus hat bereits begonnen, selbst zu essen und zu trinken. "Er konnte sich im Bett schon aufsitzen", freute sich der Anästhesist Hubert Artmann über den gesundheitlichen Fortschritt seines Patienten. "Er bewegt Arme und Beine spontan und auf Kommando. Es besteht kein Hinweis auf neurologische Beeinträchtigungen." Die Heilung des unverschobenen Bruches an der Speiche schreite problemlos voran, "er hat heute einen neuen Gips bekommen, den er ein paar Wochen tragen muss", sagte der Leiter der Unfallchirurgie, Franklin Genelin.

Nach Einschätzung der behandelnden Ärzte könnte der Ministerpräsident möglicherweise Ende dieser Woche nach Jena verlegt werden. Medizinische Folgewirkungen werden keine erwartet. (APA)

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