Infineon-Vorstand will mehr Spielraum für Kapitalerhöhung

5. Jänner 2009, 11:55
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Entscheidung bei Hauptversammlung am 12. Februar

Der Vorstand des unter Druck stehenden Halbleiterherstellers Infineon will seinen finanziellen Spielraum erweitern. Bei der Hauptversammlung am 12. Februar sollen die Aktionäre einer möglichen Erhöhung des Grundkapitals um bis zu 450 Millionen Euro zustimmen. Dies geht aus einer im Internet veröffentlichten Einladung zum Aktionärstreffen hervor. Bisher liegt das genehmigte Kapital demnach bei 224 Millionen Euro. Sollten die Anteilseigner dem Vorhaben zustimmen, hat Infineon ein genehmigtes Kapital von 674 Millionen Euro.

Das würde bedeuten, dass der Infineon-Vorstand ohne weitere Genehmigung durch die Aktionäre neue Aktien bis zu diesem Betrag ausgeben darf. Derzeit liegt das Grundkapital der Gesellschaft, das sich auf rund 750 Millionen Aktien aufteilt, bei knapp 1,5 Milliarden Euro. Sollte das neue genehmigte Kapital auch zum Nennwert von zwei Euro ausgegeben werden, könnte Infineon auf diese Art und Weise bis zu 337 Millionen neue Aktien am Markt platzieren.

Infineon steckt vor allem wegen seiner Speicherchip-Tochter Qimonda in großen Problemen. Zuletzt war bereits mehrfach über eine Kapitalerhöhung spekuliert worden. Die Aktie des Halbleiterherstellers befindet sich wegen der anhaltenden Probleme seit Mitte 2007 im Sinkflug und fiel im Dezember bis auf 65 Cent und war damit der erste Penny-Stock im DAX. Zuletzt erholte sich die Aktie wieder etwas. Am Freitag war die Aktie mit genau einem Euro aus dem Handel gegangen.

Die Österreich-Tochter des Konzerns, Infineon Austria hat ihren Sitz in Villach und ist in Österreich auch mit mehreren Forschungs- und Entwicklungsstandorten (Klagenfurt, Graz u.a.) vertreten. (APA)

 

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