RIAA trennt sich von "ihren" Raubkopierer-Jägern

5. Jänner 2009, 11:49
32 Postings

Der Sinneswandel in der Musikbranche dürfte nun die erste tiefgreifendere Maßnahme ausgelöst haben

Erst vor wenigen Wochen erklärten VertreterInnen der US-Musikindustrie, dass man in Zukunft keine großflächigen Klagen gegen RaubkopiererInnen mehr einleiten werde. Stattdessen setze man auf effektivere Maßnahmen um die illegale Verbreitung urhebrrechtlich geschützter Dateien in den Griff zu bekommen. Nun scheint dieser Strategiewandel das erste "Opfer" gefordert zu haben: laut einem Bericht des Wall Street Journal hat sich die US-amerikanische RIAA von ihren langjährigen RaubkopiererInnen-JägerInnen von MediaSentry getrennt.

Seit 2003

MediaSentry sammelte seit 2003 im Auftrag der RIAA belastendes Material von FilesharerInnen zusammen und bildete so die Grundlage für viele der 35.000 Klagen wegen Urheberrechtsverletzungen. Die Recording Industry Association of America (RIAA), die die großen US-Musikkonzerne vertritt, dürfte sich damit endgültig von ihrer bisherigen Strategie verabschieden.

"Die Privatssphäre wurde verletzt"

Gegenüber dem Wall Street Journal meinte der New Yorker Anwalt Ray Beckerman, der zahlreiche KlientInnen gegen die RIAA vertritt, dass die Entscheidung sich von MediaSentry zu trennen ein "Sieg" für seine KlientInnen sei: "Das Unternehmen hat die Privatssphäre der Menschen verletzt und schlampige Arbeit geleistet." Von Seiten MediaSentrys war kein Statement zur Trennung und zum weiteren Vorgehen zu bekommen. Die RIAA hat hingegen bereits angekündigt, dass man sich in Zukunft mit der Technologie von DtecNet Software ApS gegen Urheberrechtsverletzungen wehren will. Die Trendwende scheitn also eher nur eine gemäßigte zu werden.(red)

  • Im Netz ist niemand unsichtbar, meinte MeidaSentry und jagte im Internet im auftrag der RIAA nach FilesharerInnen.
    foto: mediasentry

    Im Netz ist niemand unsichtbar, meinte MeidaSentry und jagte im Internet im auftrag der RIAA nach FilesharerInnen.

Share if you care.