"Im Kinsky" unterm Schleier

6. März 2003, 15:47
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Die "Wiener Kunst Auktionen" geben sich einen neuen Namen mit neuem Logo, neuen Katalog und geänderten Schwerpunkten

Im Zuge der 43. Kunstauktionen am 25. März geben sich die "Wiener Kunst Auktionen" in ihrem zehnten Bestandsjahr in neuer Aufmachung: mit dem Namen "im Kinsky", mit neuem Logo, neuem Katalog sowie unterschiedlich fokussierten Schwerpunkten.


Wien - "Im Kinsky, guten Tag", tönt es aus dem anderen Ende der Telefonleitung. Falsch verbunden? Mitnichten, auch so transportiert man das neue Bild der "Wiener Kunst Auktionen" im Palais Kinsky. Der neue Name, der auf Wunsch der Betreiber zu keinen weiteren bitteren Verwechslungen, etwa mit dem Dorotheum führt, steht ab nun auch auf der Website. Nur "Kinsky", das hätte die gleichnamige adelige Familie nur unter "Ablasszahlungen" gewährt. Also nun: "im Kinsky".

Der Schleier rund um die Ende des Vorjahres bereits angekündigte Neustrukturierung des von vier Gesellschaftern geführten Unternehmens ist quasi gefallen. Ein anderer Schleier, manche sagen ein Brillenputztuch, ist als Markenzeichnen statt des i-Punkts auf "im Kinsky" gefallen. Darunter verbirgt sich symbolisch ein Kunstwerk, ein Schatz, lautet eine der Interpretationen. Das zehnjährige Firmenjubiläum im Herbst sowie das nicht ganz einfache abgelaufene Auktionsjahr machten nun die Umstrukturierung notwendig.

Doch was sind Äußerlichkeiten, ohne dabei auf den Inhalt zu achten? Vier große Auktionen mit Topqualität plant man für heuer, wobei die erste am 25. März stattfindet. Daneben soll es zwei Auktionen geben, für die man noch einen besseren Namen als "Varia" bastelt. "Sehr günstige Dinge", sagt "im Kinsky"-Geschäftsführer Otto Hans Ressler", werde es da geben. Bei der ersten Auktion dieser Art am 29. April gelangen etwa 100 Posten Gmundner Keramik aus dem Nachlass eines ehemaligen Manufakturmitarbeiters zur Versteigerung. Dabei wird kein Limit angegeben."

Die Straffung und Klasse der großen Auktionen, deren erste im März beginnt, spiegelt sich in vielen Teilen des Kataloges, der - auch das ist ein Novum - alle vier angebotenen Sparten in sich vereint: Zeitgenossen, Jugendstil, Antiquitäten und Gemälde. Wer nach Jugendstil, vor allem Wiener-Werkstätte-Angeboten (WW) sucht, dem wird im Herbst mit einer Jubiläumsauktion anlässlich des Hundert-Jahr-Jubiläums der WW versorgt werden.

Die Großzügigkeit der laut Ressler "liebevoll und zeitaufwändig" gestalteten Katalogseiten - literarische Zitate, Künstler-O-Töne oder kunsthistorische Beschreibungen stehen Bilddetails und großen Abbildungen gegenüber - findet sich leider nicht am Cover wieder. Hier wollte man das mit dem Mindestpreis von 300.000 Euro dotierte Toplos, Carl Spitzwegs Der ewige Hochzeiter, nicht alleine ohne das Walde-Bild Winteridylle stehen lassen, was etwas kleinkariert wirkt. In einer internen Abstimmung wurde für diese Variante votiert, erzählt Ressler.

Praktisch für den raschen Überblick gestaltet sich eine Katalogdoppelseite mit Miniabbildungen sämtlicher angebotener Lose, etwa von einer Fifties-Murano-Vase (Mindestpreis 5000 €), von einer tollen Piranesi-Zeichnung (10.000 Euro) oder vom 1899 gemalten Schlafenden Silen und Nymphe eines Lovis Corinth (50.000-120.000 Euro). (DER STANDARD, Printausgabe, 6.3.2003)

Von Doris Krumpl
Service

43. Kunstauktion im Kinsky am 25. März, Freyung 4, 1010 Wien, Tel (01) 532 42 00

Link

palais-kinsky.com

  •  Neues Markenzeichen der Kunstauktion "im Kinsky": das satinierte Tuch beim Schriftzug
    foto: katalog

    Neues Markenzeichen der Kunstauktion "im Kinsky": das satinierte Tuch beim Schriftzug

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