Afrika: Sichere Abtreibungen durch Legalisierung

5. März 2003, 15:46
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30.000 Afrikanerinnen sterben bei illegalen Abtreibungen ohne Hygiene- Vorschriften

Addis Abeba - Unsichere Abtreibungen kosten jedes Jahr rund 30.000 Frauen in Afrika das Leben. Auf einer von den Vereinten Nationen unterstützten Konferenz über Risiken der illegalen Abtreibung plädierten am Mittwoch in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba rund 100 Vertreter 13 afrikanischer Staaten dafür, Abtreibungen durch Legalisierung sicherer für die Frauen zu machen.

Auf dem Treffen, das am Donnerstag zu Ende geht, beraten Minister, Mediziner, Rechtsexperten, Wissenschafter und Vertreterinnen von Frauengruppen über Wege zu sichereren Abtreibungsgesetzen und -praktiken auf dem Kontinent. Die derzeitige Rechtslage in den meisten Ländern, die zahlreiche Frauen zu nicht fachgerechten Praktiken dränge, unqualifiziertes Personal und mangelnde Hygiene seien Gründe dafür, dass tausende Frauen bei dem Versuch sterben, eine ungewollte Schwangerschaft zu beenden.

Fünf Millionen Afrikanerinnen treiben jährlich ab

Bis zu fünf Millionen Afrikanerinnen unterzögen sich jedes Jahr einer medizinisch unsauberen Abtreibung, erklärte die ghanaische Politikerin Eunice Brookman Amissah. Jeden Tag sterben daran rund hundert Frauen. "Allein ein einziger solcher Tod ist eine Tragödie", sagte die ehemalige Gesundheitsministerin Ghanas. "Doch es wäre unverantwortlich diese Situation so weiterlaufen zu lassen."

Seit die UN-Frauen-Konferenz in Peking 1994 unsichere Abtreibungspraktiken thematisiert habe, hätten viele afrikanische Länder immerhin große Anstrengungen etwa zur Einrichtung von Nachsorgestationen für betroffene Frauen gemacht.

Nach Informationen der UN-Weltgesundheitsorganisation (WHO) überleben jährlich weltweit rund 70.000 Frauen dilettantische Abtreibungen nicht. Millionen Frauen tragen Gesundheitsschäden davon. (APA)

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