JoWooD hat wieder Gewinne im Visier

5. März 2003, 10:22
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Belegschaft halbiert - Betriebsverlust 2002 mit 42,8 Millionen Euro fast auf Höhe des Umsatzes

Wien - Der steirische Computerspiele-Hersteller JoWooD, im vergangenen Jahr knapp an der Insolvenz vorbei geschrammt, strebt bereits für 2003 wieder ein positives Betriebsergebnis (Ebit) an. Die Belegschaft wurde inzwischen wie angekündigt halbiert, geht aus einer Ad-hoc-Information vom Mittwoch hervor. Zuvor hatte das börsenotierte Unternehmen aus Rottenmann rund 280 Mitarbeiter beschäftigt.

Im Rahmen der laufenden Sanierung seien bisher auch "Nachlässe im höheren zweistelligen Millionenbereich" abgeschlossen worden. Allein die Bankennachlässe hätten 8,95 Mio. Euro ausgemacht. Daneben habe man auch Standorte zusammengelegt, Sachkosten gesenkt und deutliche Kürzungen im Produktportfolio vorgenommen, teilte JoWooD heute mit.

Massive Verluste

Nach endgültigen Zahlen schrieb JoWooD im Geschäftsjahr 2002 massive Verluste. Das Ebit wies - bedingt durch hohe Sanierungskosten, die ab dem dritten Quartal anfielen - einen Fehlbetrag von 42,8 Mio. Euro aus und lag damit fast auf Höhe des Umsatzes, der um 4,4 Prozent auf 43,5 Mio. Euro stieg. Vergleichszahlen aus dem Jahr davor wurden nicht bekannt gegeben. Das Konzernergebnis nach Minderheiten war 2002 mit minus 28,6 Mio. Euro ebenfalls tiefrot. Das Ebit vor Sanierungskosten und Einmaleffekten bezifferte JoWooD mit minus 5,6 Mio. Euro.

Positive Sanierungsmaßnahmen

Den Unternehmensangaben zufolge haben sich die Sanierungsmaßnahmen im vierten Quartal 2002 positiv ausgewirkt. Bei Umsätzen von 13,3 Mio. Euro wiesen das Ebit mit rund 96.000 Euro und das Konzernergebnis mit 1,8 Mio. Euro bereits schwarze Zahlen aus.

Hauptaktionär ist nach der Kapitalerhöhung, durch die JoWooD im Jänner gut 3 Mio. Euro an frischem Kapital zugeflossen sind, die Clanfa Anstalt, eine Liechtensteiner Stiftung, mit über 10 Prozent Anteil. JoWooD-Gründer und -Vorstandsmitglied Andreas Tobler, der Finanzinvestor Qino Flagship und die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) halten je mehr als 5 Prozent. In Streubesitz befinden sich derzeit etwas weniger als 75 Prozent.(APA)

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