Die "Entsexualisierung" des Mannes

5. Jänner 2009, 09:49
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Wolfgang Joop findet das Männerbild auf den Laufstegen entwürdigend und für Polit-Karrieristen würde er nie Mode entwerfen

München - Modedesigner Wolfgang Joop kann dem Männerbild auf Modeshow-Laufstegen nichts abgewinnen. "Ich finde es entwürdigend. Es entsexualisiert den Mann, macht ihn zum entseelten Objekt", sagte der Designer, der im Frühjahr 2009 unter seiner Marke Wunderkind zum ersten Mal eine Herren-Kollektion vorstellen will, dem deutschen Magazin "Focus".

Auch für Politiker wie Barack Obama wolle er keine Kleidung entwerfen. "Obama ist ein Karrierist, genauso wie Herr Putin, Herr Schröder, Herr Sarkozy so einen Politik-Karrieristen habe ich für meine Entwürfe nicht im Kopf", sagte Joop.

Joop bemängelte "die Lügen der Politik", "die Korruption in der Wirtschaft" sowie die Hilfssuche der Autoindustrie beim Staat: "Ich finde das erschreckend. Wenn Frau Merkel der Autoindustrie helfen soll, müsste sie sich gleich auch um die Textilindustrie kümmern. Wo kommen wir da hin?" Er kenne Angela Merkel persönlich, aber zu diesem Thema fragt sie ihn nicht um Rat - "Schade, ich hätte ihr da sicherlich einiges zu sagen."

Wegen der Finanzkrise habe er persönlich kein Geld verloren, sagte der Modemacher, schließlich habe er "Aktien noch nie leiden können" und Tipps seiner Banken und Finanzberater "immer unsexy" gefunden. Joops Geldanlage-Rat: "Man sollte nur auf Leute hören, mit denen man auch ins Bett gehen würde." (APA/AP)

 

 

 

  • Wolfgang Joop, politisch
    Foto: AP/ECKEHARD SCHULZ

    Wolfgang Joop, politisch

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