Angriff auf Polizei: Waffe wurde bei Anschlag im Dezember verwendet

5. Jänner 2009, 08:48
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21-Jähriger Polizist weiter in Lebensgefahr - Polizei nimmt 72 Verdächtige fest

Athen - Nach wochenlangen Ausschreitungen in Griechenland haben Unbekannte in der Hauptstadt Athen mit Sturmgewehren und einer Handfeuerwaffe einen Polizeiposten angegriffen. Der 21-jährige Polizist Diamandis Matzouunis wurde durch die Schüsse am Montag in der Früh schwer verletzt.Sein Zustand sei nach einer mehrstündigen Operation stabil, aber weiter kritisch, teilten Ärzte mit. 72 Verdächtige seien in Polizeigewahrsam genommen worden, hieß es im Staatsradio. "Der Zustand des Verletzten ist äußerst ernst, aber stabil", teilte ein Sprecher der Krankenhauses in Athen mit. Die Kugeln hätten seine Lunge und andere Organe verletzt.

Innenminister Pavlopoulos besuchte den Verletzten im Krankenhaus und nannte die Tat einen "Angriff auf die Demokratie und die Normalität". Experten stuften die Attacke als möglichen Racheakt ein: Am 6. Dezember war in Athen ein 15-Jähriger bei einer Demonstration durch eine Polizeikugel getötet worden. Seitdem kommt es in Griechenland immer wieder zu gewaltsamen Protesten und Angriffen auf die Polizei. Am 23. Dezember hatten Unbekannte einen Polizeibus unter Beschuss genommen. Damals war aber niemand verletzt worden. Zu der Tat bekannte sich eine bisher unbekannte Untergrundorganisation namens "Volksaktion".

Exarchia gilt als Hochburg der autonomen Szene

Die blutige Attacke am Montag ereignete sich laut Polizei kurz nach drei Uhr nachts vor einem Gebäude des Kulturministeriums im Stadtviertel Exarchia. Die Gegend gilt als Hochburg der autonomen Szene. Die Täter - nach Augenzeugenberichten zwei oder drei - hätten aus einer Entfernung von etwa 40 Metern mit einer automatischen Schusswaffe auf einen der Posten geschossen. Der Polizist wurde von zwei Kugeln am Oberkörper und am Bein getroffen. Später stellte es sich heraus, dass die Täter auch eine Handgranate in Richtung der  Beamten geworfen hatten.

Anschließend nahm die Polizei im Umkreis des Tatorts 72 Menschen in Gewahrsam, die als verdächtig eingestuft wurden. Die Polizei fand am Tatort mindestens 27 Patronenhülsen, die aus einem AK-47-Sturmgewehr (Kalaschnikow) stammen sollen. Die verwendete automatische Waffe sei bereits bei einem Anschlag auf den Polizeibus vor zwei Wochen benutzt worden, teilte die Polizei mit. Außerdem stellten die Ermittler am Tatort vier Partonenhülsen aus einer Handfeuerwaffe sicher, die  im April 2007 bei einem Angfriff auf einen Athener Polizeiposten verwendet worden war. Zu dem Angriff hatte sich damals die Gruppe "Revolutionärer Kampf" bekannt.  (APA/dpa/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Spurensicherung am Tatort

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