Journalisten wieder frei

4. Jänner 2009, 21:19
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Brite und Spanier wohlbehalten in Nairobi eingetroffen - Beide waren Ende November in Puntland bei Recherchen verschleppt worden

Nairobi - Knapp sechs Wochen nach ihrer Entführung sind in Somalia zwei ausländische Journalisten wieder freigekommen. Der britische Reporter Colin Freeman und der spanische Fotograf José Cendron wurden am Sonntag freigelassen, wie die somalische Polizei am Sonntag mitteilte. Die beiden Männer waren Ende November in der halbautonomen Region Puntland verschleppt worden, wo sie über die Seeräuberei vor Somalias Küste recherchierten.

"Bester Laune"

"Nach all ihren Torturen sind die beiden Journalisten wieder frei", sagte ein ranghoher Vertreter der Polizei von Puntland. Sie seien zunächst unversehrt in der Hafenstadt Bosasso eingetroffen: "Sie ruhen sich jetzt ein bisschen aus." Inzwischen sind sie in Nairobi angekommen. Die spanische Regierung bestätigte in Madrid die Freilassung. Der spanische Botschafter in Kenia reiste nach Puntland, um die beiden Männer dort zu treffen.

Spaniens Außenminister Miguel Angel Moratinos sagte, er habe mit dem Fotografen telefoniert: "Er ist bester Laune", sagte Moratinos im spanischen Rundfunk. Die Mutter des Fotografen sagte, seine Schwester werde ihn in Afrika abholen. "Wir sind sehr glücklich", sagte sie AFP. Der Fotograf arbeitete in ganz Ostafrika für verschiedene Medien, darunter auch für AFP. Vor ihrer Entführung hatten die beiden Berichterstatter für die britische Zeitung "Daily Telegraph" in Puntland recherchiert.

Freilassung

Über die Umstände der Freilassung wurde zunächst wenig bekannt. Auf die Frage nach einem möglichen Lösegeld antwortete Moratinos lediglich, die spanische Regierung habe sich darauf beschränkt, diplomatische Kanäle zu nutzen.

Die beiden Männer waren am 26. November zusammen mit zwei somalischen Kollegen auf dem Weg zum Flughafen von Bosasso entführt worden. Kurz nach der Entführung sagte ein ranghoher Politiker aus Puntland, die Polizei gehe davon aus, dass die somalischen Journalisten in die Entführung verwickelt seien. Über ihren derzeitigen Aufenthaltsort wurde am Sonntag nichts bekannt.

Das in New York ansässige Komitee zum Schutz von Journalisten hatte Somalia 2007 nach dem Irak zum zweitgefährlichsten Land für Journalisten erklärt. Im August 2008 wurden zwei Journalisten aus Australien und Kanada in der Hauptstadt Mogadischu verschleppt; sie befinden sich nach wie vor in der Gewalt ihrer Entführer. (APA/AFP)

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