Nach Althaus-Crash: Wieder zahlreiche Skiunfälle

4. Jänner 2009, 19:58
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Der Zustand von Thüringens Ministerpräsidenten ist stabil - Helmverkäufe stiegen am Wochenende - und auf den Pisten gab es wieder zahlreiche Verletzte

Salzburg - Der Zustand des thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus (50) ist weiterhin stabil: Die Nacht auf Sonntag sei für den am Neujahrstag bei einem Pistenunfall schwer verletzten Politiker "ohne Komplikation verlaufen", erklärte der Leiter der Unfallchirurgie, Frank Genelin. Althaus hatte bei dem Crash ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Der Politiker war auf der Riesneralm mit einer slowakischen Skifahrerin zusammengestoßen. Die 41-Jährige war ihren Kopfverletzungen erlegen.

Althaus war ins künstliche Koma versetzt worden, aus dem er am Samstag erwachte. Die Ärzte sind zuversichtlich, dass er im Laufe der nächsten Woche in ein Krankenhaus nach Thüringen verlegt werden kann. Der Patient sei ansprechbar - und habe Verwandte und Freunde erkannt. "Er kann schon ein bisschen sprechen. Es schaut gut aus", sagte Genelin.

Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Leoben bestätigt, dass gegen den Politiker wegen des Verdachtes auf fahrlässige Tötung ermittelt wird (§80 StGB). Bei Unfällen mit Todesfolge sei dies das routinemäßige Prozedere, heißt es bei der Staatsanwaltschaft, das Strafmaß beträgt in diesem Fall bis zu einem Jahr Haft. Geklärt werden muss insbesondere, ob Althaus tatsächlich mit mehr als 50 km/h in die Piste, auf der die getötete Frau gefahren war, einbog und ob er den Hang, den sie hinabfuhr, als "Bremshang" nutzte. Deutsche Medien hatten dies berichtet.

Zahlreiche Unfälle

Der Unfall mit dem CDU-Politiker lenkte die öffentliche Aufmerksamkeit am Wochenende auf die Gefahren auf Österreichs Pisten: Politiker dachten über Helmpflicht und Pistenpolizei nach, Sportgeschäfte vermeldeten einen steigenden Absatz von Helmen.

In den Skigebieten ging die Serie der schweren Unfälle weiter: Am Freitag wurde ein zwölfjähriger Schüler aus Oberösterreich bei einer Kollision mit einer Skifahrerin im Lungau schwer verletzt. Die Frau beging Fahrerflucht. Am Samstag forderte ein Pisten-Crash in Radstadt zwei Schwerverletzte: Ein Snowboarder war mit einem Skifahrer kollidiert. Beide Männer erlitten Schulterverletzungen. Am Kasberg (Bezirk Gmunden) stürzte am Samstag ein 14-jähriger Snowboarder in einem Boarder-"Funpark" so unglücklich, dass er sich schwere Kopfverletzungen zuzog.

Auch auf den Kärntner Skipisten ereigneten sich zahlreiche Unfälle, bei denen eine Reihe von Urlaubern zum Teil schwer verletzt wurde: Insgesamt viermal mussten Rettungshubschrauber ausrücken. Etliche andere Unfälle forderten allerdings "nur" Leichtverletzte.

In Vorarlberg wurden am Wochenende zwei Kinder und zwei Erwachsene bei Wintersportunfällen schwer verletzt. Die beiden Erwachsenen hatten Rodelunfälle, die Kinder waren in Brand beim Skifahren miteinander kollidiert und hatten sich Kopfverletzungen zugezogen. (rott/DER STANDARD-Printausgabe, 5.1.2009)

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