Qualm von gestern

4. Jänner 2009, 19:52
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Das Ergebnis der Diskussionen: Übergangsfristen, Ausnahmeregelungen - Wischiwaschi bestenfalls

Wenn das erst ein paar Tage alte Rauchverbot in Lokalen bereits einen Effekt zeigt, dann den, dass alle angefressen sind. Raucher, Nichtraucher und die Wirte genauso, und das zu Recht. Jahrelang wurde von politischer Seite in Sachen Nichtraucherschutz herumgeeiert, und dementsprechend ist auch das Ergebnis: Übergangsfristen, Ausnahmeregelungen - Wischiwaschi bestenfalls.

Denn im Grunde hat sich seit dem 1. Jänner kaum etwas geändert. Lediglich Betreiber von Lokalen bis zu einer Größe von 50 Quadratmetern mussten sich entscheiden, ob geraucht werden darf oder nicht. Doch ansonsten? Ein Drittel der heimischen Gastronomen werden ihre Restaurants und Beiseln umbauen müssen. Dafür gibt es eine Übergangsfrist bis Mitte 2010, bis dahin darf wie bisher gequalmt werden - was für Nichtraucher natürlich eine Frotzelei ist.

Andererseits: Wie kommen Wirte dazu, zigtausende Euros für die bauliche Trennung zwischen Raucher- und Nichtraucherbereich zu investieren, wenn ohnehin in maximal drei Jahren die von der EU angedachte Richtlinie für ein komplettes Rauchverbot in Gastronomiebetrieben in Kraft treten wird?

Das ganze Dilemma hätte man locker vermeiden können, wenn vonseiten der politisch Verantwortlichen einfach Mut gezeigt worden wäre. Die Verantwortung für Gesundheitspolitik kann man nämlich nicht den Wirten umhängen. Dazu braucht es klare Entscheidungen, die nicht am Wirtshaustisch getroffen werden können. (Bettina Fernsebner-Kokert/DER STANDARD-Printausgabe, 5.1.2009)

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