4,75 Millionen Hektar Schutzfläche für evolutionäres Reservat

4. Jänner 2009, 17:27
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Madagaskar arbeitet sich weiter zu seinem Naturschutzziel vor - die Insel glänzt mit zahlreichen biologischen Einmaligkeiten

Antananarivo - Die Republik Madagaskar hat sich das Ziel gesteckt, sechs Millionen Hektar Fläche als geschützte Zonen auszuweisen. In einer aktuellen Zwischenbilanz konstatierte der Generaldirektor des Umweltministeriums, Gérard Rambeloarisoain, dass in den vergangenen fünf Jahren bereits 4,75 Millionen Hektar Land-, Küsten- und Meeresflächen unter Naturschutz gestellt werden konnten. Sie kommen einem weltweit einzigartigen Lebensraum zugute.

Evolutionäres Reservat

Madagaskar, die viertgrößte Insel der Welt, wird aus biologischer Sicht auch als eigener "Kontinent" betrachtet. Im Erdmittelalter zwischen den Landmassen des heutigen Afrika und Indien gelegen, löste sich Madagaskar vor etwa 160 bis 150 Millionen Jahren von Afrika und vor 100 bis 80 Milllionen Jahren schließlich von Indien. Durch ihre zunehmende Abgeschiedenheit wurde die Insel von Artenwanderungen in der jüngeren Vergangenheit nicht mehr erreicht - sie wurde zu einer Art evolutionärem Reservat, in dem sich anderswo ausgestorbene Gattungen hielten und weiter entwickelten.

Bekanntestes Beispiel sind die knapp zwanzig Spezies von Lemuren, die nur auf Madagaskar vorkommen. Dazu kommen Raubtiere wie die Fossa, die hier ökologische Nischen besetzen, die auf dem afrikanischen Festland von der Katzen- und Hundeverwandtschaft übernommen wurden. Bis vor einigen Jahrhunderten konnte Madagaskar auch mit Großtieren wie dem menschengroßen Lemur Megaladapis oder gigantischen Laufvögeln von über drei Metern Höhe aufwarten. Diese Megafauna ist - vermutlich in Folge der Besiedelung durch den Menschen - unwiederbringlich dahin; nun soll den kleineren Arten ein ähnliches Schicksal erspart werden.

Die aktuellen Herausforderungen für den Naturschutz sind profaner, dennoch bedrohlicher Natur: Bekämpft werden müssten etwa die Buschfeuer und Brandrodungen vor allem gegen Ende der Trockenzeit im September und Oktober jeden Jahres.  (APA/dpa/red)

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    Beispiel für die einzigartige Fauna Madagaskars: Der Schwarzweiße Vari

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