Hosp erwischt's in Zagreb übel

4. Jänner 2009, 15:49
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Tirolerin verletzt sich beim Einfahren für den Slalom schwer am Knie - Deutsche Riesch holt mit drittem Sieg en suite Weltcupführung - Zettel Fünfte

Innsbruck - Die alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Val d'Isere (3. bis 15. Februar) finden wahrscheinlich ohne der Tirolerin Nicole Hosp statt. Die 25-Jährige erlitt am Sonntagvormittag beim Einfahren für Weltcup-Slalom in Zagreb eine schwere Verletzung im linken Knie, die sie zu mindestens sechs Wochen Pause zwingt. Wie die Untersuchung in der Privatklinik in Hochrum ergab, hat sich Hosp dabei das innere Seitenband gerissen, den Schienbeinkopf gebrochen sowie das vordere Kreuzband eingerissen. Das teilte der Österreichische Skiverband (ÖSV) am Sonntagabend mit.

Im Rennen erlebte die übrig gebliebene ÖSV-Equipe dann auf dem vereisten Hang nahe der kroatischen Hauptstadt ein Fiasko. Als einzige Läuferin der Ski-Nation Nummer eins klassierte sich Kathrin Zettel auf Rang fünf, Michaela Kirchgasser schied aus. Der Sieg ging zum dritten Mal in Folge an die Deutsche Maria Riesch, die damit auch die Führung im Gesamtweltcup übernahm. Auf Platz zwei fuhr die Italienerin Nicole Gius (+0,44 Sek.), Dritte wurde die Tschechin Sarka Zahrobska. Die nach dem ersten Lauf Führende Lindsey Vonn (USA) riskierte in der Entscheidung zu viel und schied, einen sicheren Sieg vor Augen, aus.

Die übrigen Österreicherinnen? Bernadette Schild, Michaela Kirchgasser, Simone Streng, Alexandra Daum, Anna Fenninger und Carmen Thalmann erreichten allesamt das Ziel nicht. Katrin Triendl schaffte als 38. nicht die Qualifikation fürs Finale.

"Im Slalom haben wir eine Krise, absolut. Wir haben drei Läuferinnen, die unter den 30 starten. Dann hat sich noch dazu die Niki heute früh verletzt, das war für die anderen auch nicht gut, das sah man an der zurückhaltenden Fahrweise im ersten Lauf. Sie haben zu wenig attackiert, aber das ist nicht verwunderlich, wenn in der Früh der Besten wieder was passiert. Das stärkt dann nicht das Selbstvertrauen", nahm Herbert Mandl seine Schützlinge etwas in Schutz.

"Ein Geschenk"

Riesch nützte wie Vonn im ersten Durchgang die günstige frühe Startnummer, im zweiten reichte dann die 16. Laufzeit zum Sieg vor 10.000 Zuschauern auf dem Bärenberg. Zettel schob sich mit Laufbestzeit von Rang zwölf auf fünf. "Der zweite Durchgang hat gepasst, da war ein Aufwärtstrend bemerkbar", resümierte die Niederösterreicherin.

"Ich habe nie erwartet, dass ich mal drei Slaloms in Serie gewinnen werde", meinte die Siegerin Riesch. Eigentlich habe sie im zweiten Lauf attackieren wollen "aber ich habe
mich oben nicht so gut gefühlt, es war sehr eng gesteckt, also war es ein bisschen ein Sicherheitslauf. Ich hatte Glück, dass Lindsey ausschied. Ich bin sicher, sie hätte das Rennen gewonnen, sie war die Stärkste heute. Das war ein Geschenk an mich."
(apa/red)

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    Maria Riesch legte setzte im zweiten Durchgang auf Sicherheit. Das sollte sich für die Deutsche auszahlen.

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