Serie von Seebeben erschüttert Indonesien: Mindestens fünf Tote

4. Jänner 2009, 09:58
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Kind durch einstürzende Mauer getötet - Mehrere Gebäude eingestürzt

Manokwari/Jakarta - Bei einer Serie von schweren Seebeben mit bis zu 7,6 Stärke sind in Indonesien nach ersten Informationen mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Eine anschließenden Tsunami-Warnung versetzte am Sonntag tausende Indonesier in Angst und Schrecken. Im Westen des indonesischen Teils der Insel Neuguinea rannten etliche Bewohner in Panik noch in der Dunkelheit aus ihren Häusern und flüchteten in Richtung Landesinnere.

Das erste Seebeben erschütterte die Insel nach Angaben des US-Institut für Geophysik (USGS) vor dem Morgengrauen um 04.43 Uhr Ortszeit (Samstag 20.43 Uhr MEZ). Es ereignete sich etwa 135 Kilometer nordwestlich vor Manokwari, der größten Stadt der Provinz West Papua in 35 Kilometer Tiefe. Eine daraufhin herausgegebene Tsunami-Warnung wurde später wieder aufgehoben.

Kurz darauf wurden ein Nachbeben der Stärke 7,5 sowie mehrere kleinere Erdstöße gemessen. An der japanischen Pazifikküste schlugen nach Angaben der örtlichen Wetteragentur kleinere Tsunamis mit einer Höhe von einem halben Meter an Land.

Gebäude beschädigt

In der 167.000 Einwohner zählenden Küstenstadt Manokwari wurden mehrere Gebäude beschädigt oder zerstört, auch das Hotel Mutiara stürzte ein. Drei Gäste, die nach Aufhebung der Tsunami-Warnung in ihre Zimmer zurückgekehrt waren, wurden lebend unter den Trümmern herausgezogen. Weitere Verschüttete wurden nicht befürchtet. In der Region fiel teilweise der Strom aus. In einigen Häusern waren Risse zu sehen. Insgesamt wurden in Krankenhäusern 52 Verletzte gezählt.

"Mindestens fünf Menschen sind ums Leben gekommen", sagte ein Sprecher der Katastrophenbehörde. "Zahlreiche Gebäude, darunter drei Hotels und ein Lagerhaus, sind eingestürzt." Mindestens zwei Menschen wurden unter den Trümmern eines Hotels vermisst. Das Militär und die Polizei wurden für Rettungseinsätze mobilisiert.

Unter den Todesopfern war auch ein zehnjähriges Mädchen, wie ein Klinkleiter in der Provinz Papua mitteilte. Ihr Kopf wurde von einer zusammenstürzenden Mauer getroffen.

Erinnerungen an Tsunami 2004

In Indonesien sind die Erinnerungen an den schweren Tsunami vor vier Jahren noch immer wach: Dort waren am 26. Dezember 2004 die meisten der insgesamt 230.000 Menschen ums Leben gekommen. Der Inselstaat wird regelmäßig von schweren Beben erschüttert, da er auf dem sogenannten Feuerring liegt, an dem mehrere Kontinentalplatten aufeinandertreffen. (APA/AFP/AP/dpa)

Link

Channel News Asia: Strong quake hits off Indonesia's West Papua province

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